Einfacher, digitaler, cloudbasiert: IP in der Türkommunikation (Quelle: Siedle & Söhne)
Herr Michel, Siedle bringt mit IQ ein neues IP-basiertes Türkommunikationssystem auf den Markt. Was macht IP-Technologie für die Gebäudekommunikation so interessant?
D. Michel: IP ist heute die Basis für viele Anwendungen in der Gebäude- und Kommunikationstechnik. Die Technologie ist weltweit standardisiert, bewährt und bietet eine enorme Flexibilität – sowohl bei der Installation als auch im laufenden Betrieb. Für uns bei Siedle ist entscheidend, dass IP-Systeme sich direkt mit anderen Kommunikations- und Automationslösungen im Gebäude oder im Internet vernetzen lassen – ganz ohne zusätzliche Hardware wie Gateways.
Ein weiterer Vorteil liegt in der Infrastruktur: IP nutzt eine strukturierte Gebäudeverkabelung nach europäischer Norm, die unabhängig von einzelnen Herstellern auch weltweit funktioniert. Das erleichtert die Arbeit bei Planung und Installation auf der Baustelle und macht die Technik für viele Elektrofachbetriebe zugänglich.
Dass bei der Weiterentwicklung der IP-Technologie auch Zweidraht-Anwendungen möglich werden, macht diese Technologie doppelt interessant.
Welche Rolle spielt die Cloud in diesem Zusammenhang?
D. Michel: Die Cloud eröffnet neue Möglichkeiten – etwa bei der Fernwartung, bei Sicherheitsupdates oder bei der Erweiterung von Funktionen. Systeme wie Siedle IQ lassen sich dadurch nicht nur einfacher skalieren, sondern auch effizienter betreiben. Die Plattform ermöglicht den Remotezugriff, die Statusüberwachung und Alarmmeldungen sowie die zentrale Verwaltung auch über große Distanzen hinweg. Das ist besonders interessant für Verwalter oder Betreiber mit mehreren Liegenschaften.
Gibt es auch Herausforderungen, die mit IP einhergehen?
D. Michel: Natürlich. IP bringt viele Vorteile, aber auch neue Anforderungen. Ein Beispiel ist die Energieeffizienz: IP-Systeme benötigen im Betrieb üblicherweise mehr Energie als klassische Lösungen. Ein großer Teil unserer Entwicklungsarbeit fließt daher in die Optimierung des Energieverbrauchs – damit wir nicht nur leistungsfähig, sondern auch nachhaltig bleiben.
Auch die Sicherheit spielt eine zentrale Rolle. Die Systeme müssen den Vorgaben der EU zu Cybersicherheit und Datenschutz entsprechen. Das ist technisch anspruchsvoll und erfordert eine kontinuierliche Pflege. Und nicht zuletzt entstehen durch die Nutzung von Clouddiensten laufende Kosten, die – zumindest teilweise – an die Nutzer weitergegeben werden müssen. Hier braucht es transparente Modelle und eine gute Kommunikation.