Transparente FTS-Clear-Window-5G-Antenne (Quelle: FTS Hennig)
FTS Hennig zählt seit vielen Jahren zu den innovativen Anbietern im Bereich Mobilfunktechnik. Von kompakten Modellen für Innenräume bis zu großformatigen Outdoor-Antennen reicht das Portfolio des sächsischen Unternehmens. Die Anforderungen der Kundschaft sind dabei klar definiert: Die Antennen sollen möglichst leistungsfähig, aber gleichzeitig unauffällig oder sogar unsichtbar sein. „Gerade bei denkmalgeschützten Gebäuden oder hochwertig designten Innenräumen ist das Thema Ästhetik sehr wichtig“, erklärt Olaf Hennig, Geschäftsführer von FTS Hennig. Doch die Herausforderung liegt nicht nur im Design, sondern auch in der Technik: Ein durchschnittliches, doppelt verglastes Fenster in Deutschland reduziert Mobilfunksignale um bis zu 20 dB – das entspricht einer Minderung der Signalstärke auf etwa 1/128 des ursprünglichen Werts. Daraus ergibt sich eine zentrale Erkenntnis: Mobilfunkantennen sollten nach Möglichkeit außen am Gebäude angebracht werden. FTS Hennig suchte daher gezielt nach einer Lösung, die sich direkt an Fenstern befestigen lässt – sichtbar, aber möglichst dezent. Bereits existierende Produkte aus eigenem Haus kamen dafür nur bedingt infrage, da sie in opaken Gehäusen untergebracht waren und das Sichtfeld einschränkten.
Zusammenarbeit auf Augenhöhe
Bopla ist seit vielen Jahren ein verlässlicher Partner von FTS Hennig im Bereich hochwertiger Kunststoffgehäuse. Im Rahmen der Antennenentwicklung setzte FTS Hennig auf die Expertise von Bopla im Bereich gedruckter und transparenter Elektronik. Das Unternehmen verfügt über langjährige Erfahrung in der Entwicklung und Fertigung innovativer Funktionsfolien – darunter kapazitive Tastaturen, transparente Heizlösungen und hochleitfähige Antennenstrukturen auf Folienbasis. Die Zusammenarbeit war von Beginn an lösungsorientiert: Während FTS Hennig seine HF-Kompetenz einbrachte, übernahm BOPLA die technische Umsetzung der transparenten Leiterbahnen – basierend auf der zukunftsweisenden Metal-Mesh-Technologie. Diese Struktur beruht auf einem feinen, nahezu unsichtbaren Netz aus leitfähigem Material, das hohe elektrische Leistung mit optischer Transparenz verbindet. Eine besondere Herausforderung stellte die saubere und leistungsfähige Kabelanbindung dar – auch hier wurde gemeinsam eine praxistaugliche Lösung gefunden. Durch die enge Abstimmung und die kontinuierliche Betreuung durch BOPLA-Technikspezialisten direkt vor Ort konnten schnelle Iterationszyklen ermöglicht werden. Ideen wurden schnell getestet, angepasst und in die Serienentwicklung überführt. Das Ergebnis: Zwei leistungsfähige Fensterantennen, die sich dezent in jede Umgebung einfügen und gleichzeitig höchste Empfangsqualität bieten.
Zwei Antennenvarianten für unterschiedliche Anforderungen
Die erste Variante ist universell einsetzbar und deckt alle gängigen LTE- und 5G-Frequenzen ab. Die zweite Version wurde speziell für höhere 5G-Frequenzbänder (n77, n78) entwickelt und ist deutlich kompakter konstruiert. Beide Modelle überzeugen durch ihre einfache, bohrfreie Montage per Saugnapf oder Klebefolie sowie ein flaches Anschlusskabel, das sich problemlos durch ein geschlossenes Fenster führen lässt.
Mehr als nur transparent: Die Technologie dahinter
Die Grundlage der FTS Clear Window 5G Antenne ist eine transparente, hochleitfähige Funktionsfolie mit extrem niedrigem Schichtwiderstand – ein Hightech-Material, das sich durch hohe Flexibilität, Witterungsbeständigkeit und hervorragende optische Eigenschaften auszeichnet. Die Antennenstruktur basiert auf Metal-Mesh-Technologie und wurde speziell für den Einsatz auf Glasflächen optimiert.
Durch die enge technische Zusammenarbeit entstand eine hochfunktionale Antennenlösung mit einem realen Empfangsgewinn von mindestens 20 dB – genau dem Wert, den moderne Fensterscheiben typischerweise an Signalstärke dämpfen. Für Nutzer, die auf stabile Mobilfunkverbindungen angewiesen sind, ist die Antenne damit ein echter Gamechanger.
Technologie mit Zukunftspotenzial
Die im Projekt eingesetzte Metal-Mesh-Technologie eröffnet auch abseits von Antennenanwendungen spannende Perspektiven. „Aus Metal Mesh lassen sich nicht nur Antennen herstellen, sondern auch kapazitive Touchsensoren, transparente Heizlösungen oder Schirmfolien für höchste technische Ansprüche und beste optische Ergebnisse“, erklärt Sebastian Gepp, Entwicklungsleiter Gedruckte Elektronik bei Bopla. Die Technologie ermöglicht es, mehrere dieser Funktionen auf einer einzigen Folie zu kombinieren – was sowohl den Montage- als auch den Materialaufwand reduziert. „Im konkreten Projekt mit FTS Hennig wurde dieses Potenzial noch nicht ausgeschöpft, aber es zeigt deutlich, welche Möglichkeiten in der Technologie stecken“, so Gepp weiter.
Die Zusammenarbeit zwischen FTS Hennig und Bopl verlief von Anfang an partnerschaftlich und lösungsorientiert. „Die Antennenlösung ist das Ergebnis aus Innovationsgeist, technischem Knowhow und enger Kommunikation auf Augenhöhe“, so Olaf Hennig von FTS Hennig.