Beispiel Le Hive: Energieeffizienzmaßnahmen rentierten sich innerhalb von fünf Jahren

Digitalisierungsmaßnahmen Im Schneider-Electric-Hauptquartier Le Hive

Im Schneider-Electric-Hauptquartier Le Hive führten Digitalisierungsmaßnahmen zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs um etwa die Hälfte (Quelle: Schneider Electric)

Wie es für eine Vielzahl europäischer Gewerbeimmobilien typisch ist, war auch im Schneider-Electric-Hauptquartier Le Hive das HLK-System überdimensioniert, sodass es zu viel Energie verbrauchte. Der Tech-Konzern entschied daher, den Firmensitz nachhaltig nachzurüsten. Eine besondere Herausforderung: Alle Investitionen sollten sich innerhalb der zunächst vorgesehenen Mietdauer von fünf Jahren amortisieren.

Nach der Ausgangs-Verbrauchsmessung vor der Renovierung wurden in einem ersten Schritt 3.500 digital vernetzte Produkte eingesetzt. Auf diese Art und Weise entstanden rund 30 000 Datenpunkte, mit deren Unterstützung die automatisierten Gebäudefunktionen heute deutlich energieeffizienter und bedarfsgerechter geregelt werden können. So ist es mittlerweile etwa möglich, die HLK-Einstellungen auf die tatsächliche Nutzungsdauer der einzelnen Räume sowie die individuellen Wünsche der Mitarbeitenden abzustimmen.

Ohne weitere energetische Sanierungen führten diese Digitalisierungsmaßnahmen zu einer Reduzierung des Energieverbrauchs um etwa die Hälfte: von 150 kWh/m2 im Jahr 2009 auf 74 kWh/m2 im Jahr 2014. Der CO2-Fußabdruck des Gebäudekomplexes konnte um 44 % gesenkt werden und die Energiekosten für HLK, Beleuchtung und Warmwasser in den Büroräumen sanken um 38 %.

Fazit

Mit einer richtig eingestellten Gebäudeautomation lassen sich im Vergleich zur manuellen Regelung von Gebäudefunktionen bereits große Mengen Energie – und damit Betriebskosten – einsparen. Schließlich können in nicht oder unzureichend automatisierten Gebäuden eine ineffiziente Kühl-, Heizungs- oder Lüftungsregelung schnell zum Kostenfaktor werden. In Sachen Energieeffizienz entfaltet sich das volle Potenzial einer Automatisierungslösung aber meist erst in Kombination mit digitalen Technologien. So ist es bereits mit relativ einfachen digitalen Mitteln wie funkbasierter Sensorik möglich, relevante Gebäudedaten zu erhalten und auf Grundlage dieser bedarfsgerecht zu automatisieren. Insgesamt lässt sich aber nicht nur das Potenzial der Gebäudeautomation hinsichtlich Energieeffizienz wesentlich steigern; auf Basis der erhobenen Daten ergeben sich auch große Vorteile für die Verfügbarkeit und Wartung der Gebäudeausstattung.

Robert Fochler ist als Head of Offer Management Digital Energy bei Schneider Electric tätig.
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