Einmal messen, mehrfach profitieren

Für die komplexen Messungen und Berechnungen kann Janitza auf die eigenen Produkte zurückgreifen (Quelle: Martin Witzsch)
Energiemanagement heißt einerseits Verbräuche senken, andererseits wirtschaftlich arbeiten, wie beispielsweise Nachttarife ausnutzen. Dies geht nur mit detaillierten Messungen, wie sie R. Schmidgeisler beschreibt: "Wir können den gesamten Energieverbrauch von unserer Trafostation bis zum Endverbraucher sehen. So erhalten wir ein komplettes Flussdiagramm von der Firma. In der Trafostation erfassen wir Primär- und Sekundärseite und damit auch die Netzqualität." Diese Datenflut in ihrer Rohform auszuwerten wäre jedoch viel zu aufwendig. Hierfür nutzt Janitza eine Eigenentwicklung, die Software Gridvis. Mit ihr lassen sich zum Beispiel die erwähnten Analysen des Wärmeverbrauchs oder ein Kostenvergleich realisieren. Ein wichtiges Hilfsmittel ist auch das Alarmmanagement. Es überwacht zunächst, ob alle Geräte wie gewünscht kommunizieren, kann aber auch verborgene Energiefresser aufspüren, wie etwa ein Leck in der Druckluftleitung. Größere Schäden sind durch ein Pfeifgeräusch wahrnehmbar, kleine Defekte können völlig unbemerkt bleiben. Da Druckluft die teuerste Energieform ist, verursachen solche Schäden hohe Kosten. Die Software kann den Verbrauch zur Fertigung ins Verhältnis setzen und bei Abweichungen Alarm schlagen. Auch ungewöhnliche Verbräuche abseits der Fertigung entgehen der Gridvis nicht. Dazu gehören zum Beispiel defekte Toilettenspülungen, die über das Wochenende durchlaufen.
Ganz nebenbei bietet das Energiemanagement mit Janitza durch Differenzstrommessungen (RCM) noch Schutz vor Schäden. Hochwertige Messgeräte, wie sie für das Energiemanagement genutzt werden, bringen dieses Feature serienmäßig mit. Im Zusammenspiel mit der Software lassen sich Abweichungen zuverlässig aufspüren. Steigt ein Fehlerstrom plötzlich oder auch schleichend an, weist dies auf einen beginnenden Defekt hin. Mit dem Alarmmanagement ist dieser auszumachen, lange bevor eine Anlage ausfällt oder ein Schmorbrand entsteht. R. Schmidgeisler: "Der Ausfall einer Reflow-Anlage kann erhebliche Schäden verursachen. Die betroffene Tages-Charge kann ich entsorgen. Das kann man komplett vermeiden. Wir hatten vor einigen Jahren so ein Problem, als an einer Lötanlage ein Fehlerstrom auftrat. Der Servicetechniker des Lieferanten hat die Anlage kontrolliert und fälschlicherweise für in Ordnung befunden. Zweieinhalb Wochen später ist sie dann tatsächlich ausgefallen, es kam zu einem Produktionsstopp. Dann erst hat der Techniker die Defekte an der Lüftergruppe und den Heizelementen gefunden." Das Energiemanagement ist somit nicht nur für die Umwelt gut, sondern hilft auch Kosten zu senken und die Anlagensicherheit zu erhöhen.