Bedarfsgerechte Heizungsregelung in der Praxis

Schaltschrank der KNX-Heizungsregelung

Im Schaltschrank der KNX-Heizungsregelung laufen die Steuerungs- und Regelungsfunktionen der gesamten Anlage der Schule in Neusorg zusammen. (Bild: ABB)

Die ABB-KNX-Komponenten im Schaltschrank übernehmen die Steuerung und Regelung der Heizungsanlage

Die ABB-KNX-Komponenten im Schaltschrank übernehmen die Steuerung und Regelung der Heizungsanlage. (Bild: ABB)

Busch-SmartTouch-Display

Über das Busch-SmartTouch-Display kann der Hausmeister Temperaturen, Betriebszustände und Zeitprogramme zentral steuern. (Bild: ABB)

Mit dem KNX-AppControl-Server werden Smartphones und Tablets zur praktischen Fernbedienung

Mit dem KNX-AppControl-Server werden Smartphones und Tablets zur praktischen Fernbedienung. (Bild: ABB)

Die KNX-basierte Einzelraumregelung sorgt dafür, dass Klassenräume bedarfsgerecht und energieeffizient beheizt werden

Die KNX-basierte Einzelraumregelung sorgt dafür, dass Klassenräume bedarfsgerecht und
energieeffizient beheizt werden. (Bild: ABB)

Die Modernisierung der Fichtelnaabtal-Grund- und Mittelschule in Ebnath-Neusorg zeigt, wie sich Energiemanagement und KNX im Gebäudebestand miteinander verbinden lassen. Das Schulgebäude aus den 1970er-Jahren steht exemplarisch für zahlreiche kommunale Bestandsgebäude, deren technische Infrastruktur den heutigen Anforderungen an Energieeffizienz und Transparenz nicht mehr vollständig entspricht. Gesucht wurde eine Heizungsregelung, die den tatsächlichen Wärmebedarf präzise abbildet, zentral verwaltet werden kann und zugleich genügend Flexibilität für zukünftige Erweiterungen bietet.
Bauherr und Planer entschieden sich für eine offene Heizungsregelung auf KNX-Basis mit dem Clima-ECO-System von ABB. Zum Einsatz kommen ABB-KNX-Komponenten wie der Logik- und Applikationscontroller AC/S, der Heizungscontroller HCC/S sowie KNX-Ventilsteuerungen VC/S. Die durchgängige KNX-Systemarchitektur ermöglicht eine herstellerunabhängige Gebäudeautomation und schafft die Grundlage für spätere Erweiterungen. „Schulen gehören zu den anspruchsvollsten Gebäuden bei der Heizungsregelung, weil sich Nutzung und Wärmebedarf ständig verändern. Unser Ziel war deshalb eine Lösung, die transparent, einfach bedienbar und langfristig wirtschaftlich ist“, sagt Ralph Christoph, Projektleiter bei ABB. 
Im Mittelpunkt steht eine bedarfsgerechte Einzelraumregelung. Pt1000-Raumtemperaturfühler erfassen kontinuierlich die Temperaturen in den relevanten Bereichen des Gebäudes. Die Ventilsteuerungen regeln die Heizkörper zonenweise, während sämtliche Messwerte im Logik- und Applikationscontroller zusammenlaufen. Dort werden die Regelstrategien verarbeitet und sämtliche Betriebsdaten zentral erfasst. So wird Wärme nur dort bereitgestellt, wo sie tatsächlich benötigt wird. Leerstehende Räume müssen nicht unnötig beheizt werden, während genutzte Bereiche ein konstantes Temperaturniveau erhalten.
Auch die Vorlauftemperatur wird nicht statisch vorgegeben. Stattdessen werden Sollwerte dynamisch auf Basis der Außentemperatur sowie des aktuellen Wärmebedarfs der einzelnen Räume berechnet und anschließend an den Heizungscontroller übertragen. Sinkt der Wärmebedarf, reduziert sich automatisch die Vorlauftemperatur. Dadurch lassen sich Energieverluste vermeiden und die Heizungsanlage kann bedarfsgerecht betrieben werden.

Transparenter Betrieb im Schulalltag

Für den täglichen Betrieb spielt neben der eigentlichen Regelung auch die Bedienbarkeit eine wichtige Rolle. Die Steuerung erfolgt zentral über ein Busch-SmartTouch-Display. Betriebsarten und Zeitprogramme können angepasst sowie der Anlagenstatus überwacht werden. Über den KNX-AppControl-Server ist zusätzlich ein Fernzugriff möglich. Störmeldungen werden direkt auf mobile Endgeräte übertragen. Die einheitliche Visualisierung erleichtert Service und Wartung und vereinfacht den Anlagenbetrieb.
Die Modernisierung wurde schrittweise während des laufenden Schulbetriebs umgesetzt. Heute arbeitet die Anlage bedarfsorientiert und transparent. Die Vorlauftemperaturen werden automatisch angepasst, die Pumpen laufen nur bei Bedarf und unnötiger Energieeinsatz wird vermieden. Das Projekt verdeutlicht, wie sich kommunale Bestandsgebäude energetisch modernisieren lassen. Schulen aus den 1970er-Jahren bilden dabei einen großen Gebäudebestand mit entsprechendem Modernisierungspotenzial.

Offene Systeme schaffen Zukunftssicherheit

KNX bildet die Grundlage dafür, Gebäudeautomation und Energiemanagement im Bestand miteinander zu verbinden. Die Offenheit des Standards erleichtert spätere Erweiterungen und schafft die Grundlage, um Photovoltaik, Wärmepumpen, Speicher oder Ladeinfrastruktur schrittweise in die Gebäudeautomation einzubinden. So entstehen vernetzte Systeme, die Energie bedarfsgerecht bereitstellen und sich flexibel an zukünftige Anforderungen anpassen lassen.

www.abb.de

Videotipp: Effiziente Klimaregelung in der Grundschule Neusorg

Die Fichtelnaabtal Grund- und Mittelschule in Ebnath-Neusorg nutzt für ihre Heizungsregelung das ABB-ClimaECO-System auf Basis einer offenen KNX-Architektur. So werden Klassenräume, Sporthalle und Warmwasserbereitung bedarfsgerecht geregelt – energieeffizient, zentral steuerbar und GEG 2024-konform. Im Video erfahren Sie, wie das Projekt umgesetzt wurde und warum offene KNX-Lösungen eine zukunftssichere Wahl für kommunale Bestandsgebäude sind.
https://www.youtube.com/watch?v=Dx17lLjB_Gg

Autor: Ralph Christoph ist als Projektingenieur für Heizung, Klima und Lüftungstechnik bei ABB tätig.
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