Bewährte Methoden nutzen

Steht der Umfang der Anlagenverfügbarkeit in der frühen Planungsphase fest, ist ein darauf basierendes ganzheitliches elektrisches Design notwendig."

Steht der Umfang der Anlagenverfügbarkeit in der frühen Planungsphase fest, ist ein darauf basierendes ganzheitliches elektrisches Design notwendig. (Quelle: Siemens)

Für Elektroplaner bedeutet das, einerseits weiterhin mit bewährten Methoden zu arbeiten. Dazu zählen etwa Redundanzen, Selektivität, Bewertung und Maßnahmen gegen äußere Einflüsse in Kombination mit präventiver Wartung. So können sie in der elektrischen Energieverteilung einen hohen Grad an Anlagenverfügbarkeit erreichen. Die Kosten dafür sind allerdings hoch, unter anderem durch aufwendigere Planung, zusätzliche Betriebsmittel und größeren Platz- und Instandhaltungsbedarf. Hinzukommen der Fachkräftemangel und Lieferengpässe, sollte es doch zu einem Ausfall kommen: Die Beurteilung des Fehlers, Reparatur und Wiederinbetriebnahme erfordern meist eine Fachkraft. Die Frage sei, so W. Christ: „Sind die Fachkraft und das benötigte Ersatzteil überhaupt kurzfristig verfügbar?“

Digitale Lösungen anwenden

Verschiedene digitale Lösungen andererseits können diesen Ansatz ergänzen. Die Cybersicherheit und Kommunikationsfähigkeit sind dabei grundlegende Anforderungen. Sich selbst überwachende intelligente Komponenten beispielsweise erkennen Fehlfunktionen, bevor es zum Ausfall kommt. Neben der präventiven Wartung ist damit ein systematisches Condition Monitoring möglich. Zusätzlich können Planer intelligente durchgängige Software inklusive automatischer und standardisierter Schnittstellen für den Planungs- und Ausführungsprozess nutzen. Mit diesen Schnittstellen vereinfacht sich der Datenaustausch zwischen den unterschiedlichen Programmen.

Auf hochwertige Technik setzen

W. Christ möchte zudem für folgende Kostenhebel sensibilisieren, die bekannt doch etwas aus dem Fokus geraten seien. Das sind erstens hochwertige, robuste Produkte. „Günstige, aber häufig minderwertige Ware erhöht das Ausfallrisiko und die operativen Kosten“, sagt W. Christ. Es gilt: Wer billig kauft, kauft zwei Mal und trägt im Zweifel hohe Schadenskosten.

Auch andere Experten setzen deswegen zweitens auf die hochwertige und bewährte Einschub- oder Stecktechnik für schnelles Reparieren und Umrüsten. Denn Zeit ist Geld. Jede ausgefallene Minute kostet ein Vermögen. Und wenn ein Schaden doch unvermeidbar war, geht es darum, ihn schnell und einfach zu beheben, um den Betrieb zu sichern. „Da kann es sehr hilfreich sein, wenn auch Hilfskräfte die Reparatur durchführen können und der Betreiber nicht auf die Fachkraft warten muss“, sagt W. Christ.

Know-how-Transfer fördern

„Hinzukommen immer intelligentere Gebäude. Sie stellen hohe Anforderungen an die elektrische Planung. Niemand kann diese allein bewältigen und das Risiko, dass wir Menschen dabei Fehler machen, steigt. Daher halte ich es für überaus wichtig, unser Wissen zu teilen, über Unternehmensgrenzen hinweg.“

Einen Startpunkt setzt sein Unternehmen mit kostenfreien Webinaren. W. Christ: „Im neuen Webinar vermitteln wir praxisnahe Informationen für Elektroplaner, damit diese die Downtime durch noch bessere und bedarfsgerechte elektrische Planung überall, insbesondere aber in kritischen Infrastrukturen, reduzieren und die Investitionskosten für ihre Kunden begrenzen können. Das Angebot kommt sehr gut an.“ 

Auch das Uptime Institut nennt als „wirksamste und kosteneffizienteste Methode zur Verringerung von Ausfällen“ bei Rechenzentren unter anderem „die Verbesserung von Planung und Schulung“. Das, so W. Christ, gelte für alle Branchen. Der Aufwand lohne sich – vor allem angesichts der hohen Ausfallrisiken in der Energieversorgung und den damit verbundenen steigenden Kosten. 

Melina Hagelauer ist als Marketing Manager für die Siemens AG, Smart Infrastructure, Low Voltage Power Distribution, tätig.
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