Smart-Home-Funktionen mittels anerkannter Alarmanlagen

Abbildung von Magnetkontakte

Magnetkontakte können auf Wunsch mit einem Gasmelder kommunizieren: Tritt zu viel Gas aus, öffnen sich automatisch die Fenster (Quelle: Telenot Alarmsysteme)

Abbildung von den Komponenten der Außenhautüberwachung

Komponenten der Außenhautüberwachung lassen sich beispielsweise zusammen mit der Beleuchtung oder der Beschattungsanlage steuern (Quelle: Telenot Alarmsysteme)

Prinzipiell bestehen zwei Anwendungsfälle. Bei Variante 1 fungiert die Alarmanlage als eigenständiges System. Bereits bei diesem Fall – bei eigenständiger Sicherheitstechnik – ist eine smarte Verschmelzung von Funktionen aus den verschiedenen Alarmanlagenfunktionen Bewegungsmelder, Verschlussüberwachung, Zutrittskontrolle oder Brandmelder möglich. So lassen sich umfangreiche Smart-Home-Funktionen, wie die Ansteuerung von Türen, Toren, Jalousien und Beleuchtung, vor Ort und mittels der beispielsweise aus dem Hause Telenot stammenden Alarmanlagen-App BuildSec sicher aus der Ferne steuern. Der zweite Anwendungsfall, bei dem Sicherheitstechnik und Home Automation eine Allianz miteinander eingehen, stellt sich komplexer dar. Die Übertragung von Kommunikations-, Regelungs- und Steuerbefehlen erfolgt über die im Elektrobereich verbreitete EIB/KNX-Bustechnik. Gewerke und Funktionen können dabei nahezu unbegrenzt miteinander kommunizieren. Je nach Anforderung lassen sich gezielt Synergieeffekte nutzen. So kann programmiert werden, dass die Beleuchtung angeht, wenn ein Alarm ausgelöst wird. Oder dass bei einer Scharfschaltung der Alarmanlage die Heizung abgesenkt wird. Für Hausbewohner sind es gerade diese Synergien, die attraktiv sind und mehr und mehr nachgefragt werden.

Wahl des übergeordneten Systems

„Dass Security-Systeme und Home Automation hierbei zusammenwirken, ist keine Frage des Ob sondern des Wie“, so Franz Ernsperger, Leiter Produkt- und Servicemarketing bei Telenot. Der entscheidende und sicherheitsrelevante Faktor für F. Ernsperger ist jedoch die Wahl des übergeordneten Systems. Denn bei einer Integration muss ein System die Führungsrolle übernehmen.

Für F. Ernsperger ist klar: „Das Primär-System stellt die Sicherheitstechnik, die Alarmanlage, anerkannt durch den Verband Schadenverhütung VdS.“ Und dafür hat der Sicherheitsexperte von Telenot gute Gründe: So ist bei Stromausfall die Notstromversorgung über das SecuritySystem gewährleistet. Auch ist eine Sabotageüberwachung der Systemkomponenten gegeben. Zudem sind Melder und Sensorik für die Alarmerkennung konzipiert und erfüllen spezielle Sicherheitskriterien. Ein weiterer Punkt ist die Minimierung von Falschalarmen durch Filter von Störkenngrößen bei der Alarmdetektion oder durch den Einbau von Zwangsläufigkeiten. Home-Automations-Systeme erfüllen all diese Kriterien in der Regel nicht. Deshalb ist es auch bedenklich, wenn Komponenten der Home Automation für Sicherheitsfunktionen herangezogen werden, zum Beispiel indem Regelungs- und Steuerzentralen als Alarmanlage dienen, Präsenzmelder als Einbruchmelder oder Fenstersensoren als Magnetkontakte für die Verschlussüberwachung fungieren. Diese erfüllen alle zusammen, wie eingangs beschrieben, nicht die verschärften Anforderungen an sichere und zuverlässige Detektion für den Notfall.

Dipl.-Oec. Thomas Taferner ist als Leiter strategischer Vertrieb und Marketing für die Telenot Electronic GmbH in Aalen tätig.
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