Interview mit L. Rohrmann
Apropos Youvi: Mit Ihrer KNX-Visualisierung Youvi steuern Anwender KNX-Installationen einfach und intuitiv. Gibt es auch hier neue Funktionen?
L. Rohrmann: Ja, hier ist einiges neu. Mit neuem Fenster-Widget, Web-Widgets in Räumen, frei definierbaren Akzentfarben und erweiterten Funktionsgruppen wird unsere Visualisierung noch vielseitiger.
Das neue Fenster-Widget umfasst ein Gruppen-Widget und eine vollständige Logik-Unterstützung. Statusinformationen von Fenstern lassen sich damit übersichtlich darstellen, gruppieren und direkt in Automationen einbinden. In der neuen Version können Anwender nun erstmals eigene Akzentfarben definieren und die Oberfläche so noch individueller gestalten. Die Funktionsgruppen wurden unter anderem um Szenen und Sound ergänzt und können zusätzlich nach Räumen strukturiert werden. Auch bei den Benutzerrechten haben wir nachgeschärft: In Youvi 5.1 ist eine feinere Abstimmung von Geräten und Zugriffsrechten möglich. Neu ist auch der Benutzertyp „Gast“, der sich beispielsweise für öffentliche Gebäude, wie Hotels, Ferienwohnungen oder Sportstätten, eignet. Rechte können hier gezielt eingeschränkt werden, sodass niemand ungewollte Änderungen vornehmen kann.
Darüber hinaus bringt die neue Version spürbare Erleichterungen für Systemintegratoren. Im Projekteditor können Geräte nun kopiert werden, was die Projektierung beschleunigt und wiederkehrende Arbeitsschritte deutlich vereinfacht. Datenpunkttypen von Gruppenadressen lassen sich anpassen, solange sie noch nicht verwendet werden. Das schafft Flexibilität in frühen Projektphasen und reduziert Korrekturaufwand.
Unsere Youvi ist so konzipiert, dass sich Systemintegratoren mit ETS-Erfahrung schnell zurechtfinden und in der Regel keine gesonderte Schulung benötigen. Mit dem Update haben wir außerdem dafür gesorgt, dass der ETS-Import jetzt noch einfacher funktioniert: Geräte werden präziser erkannt und lassen sich eindeutiger zuordnen.
Für uns war entscheidend, dass das Update sowohl für die Anwenderseite als auch für Systemintegratoren deutliche Verbesserungen mit sich bringt.
In eine umfassende Gebäudeautomation müssen unterschiedliche Systeme eingebunden werden. Bieten Sie auch für diese Anforderung neue Lösungen?
L. Rohrmann: Ja, unser neues KNX-Modbus-Gateway TCP secure bindet Modbus-TCP-Geräte, wie PV-Wechselrichter, Wallboxen oder moderne Heizsysteme, nahtlos in das KNX-System ein. Damit reagieren wir auf eine Entwicklung, die wir bei vielen Projekten beobachten: Gebäudeautomation endet heute nicht mehr bei Licht und Beschattung, sondern umfasst zunehmend auch die Einbindung von Energiesystemen.
Das Gateway ist bewusst kompakt ausgelegt und benötigt mit nur einer Teilungseinheit besonders wenig Platz im Schaltschrank.
Wichtig war uns vor allem eine praxisnahe Inbetriebnahme. Die gesamte Konfiguration erfolgt über die ETS, also in der gewohnten Arbeitsumgebung des Systemintegrators. Bis zu 250 Modbus-Datenpunkte können frei definiert und KNX-Objekten zugeordnet werden. Eine integrierte Testumgebung innerhalb der ETS ermöglicht es, Einstellungen vorab zu prüfen und die Inbetriebnahme strukturiert und sicher umzusetzen.
In Kombination mit Youvi lassen sich Energieflüsse wie PV-Erträge, Ladezustände von E-Fahrzeugen oder Heizungsdaten transparent darstellen und gezielt automatisieren. Uns war es wichtig, eine Lösung bereitzustellen, mit der sich Energiesysteme strukturiert und ohne zusätzliche Tools oder separate Softwarelösungen in KNX-Projekte integrieren lassen – sowohl im Smart Home als auch im gewerblichen Umfeld.
Für die Planung, die Installation und die Inbetriebnahme von Systemen der Gebäudeautomation sind Fachkenntnisse erforderlich. Wie groß ist der Aufwand für einen Elektrofachbetrieb, der sich das erste Mal mit dem Thema befasst? Welche Unterstützung bieten Sie Ihren Systempartnern an dieser Stelle?
L. Rohrmann: KNX ist ein etabliertes und klar strukturiertes System, sodass der Einstieg für Elektrofachbetriebe grundsätzlich gut machbar ist. Natürlich erfordert die Planung und Parametrierung eine gewisse Einarbeitung, aber mit einer systematischen Herangehensweise lässt sich das Thema praxisnah erschließen.
Wir unterstützen unsere Partner dabei auf mehreren Ebenen. Dazu gehören regelmäßige Online-Webinare, ein technischer Support, der im Projektalltag konkrete Hilfestellung bietet, sowie Informationen und fachlicher Austausch im KNX-Userforum. Darüber hinaus begleiten wir Projekte bei Bedarf auch direkt – insbesondere bei Erstprojekten oder komplexeren Anforderungen.
Unser Anspruch ist es, nicht einfach nur Produkte bereitzustellen, sondern als Anbieter und Partner gleichermaßen im Projektkontext präsent zu sein.
Welche Entwicklungen sind im Bereich Gebäudeautomation mit KNX in den nächsten Jahren zu erwarten? Wo liegen Ihre Entwicklungsschwerpunkte?
L. Rohrmann: In der KNX-Gebäudeautomation sehen wir vor allem drei Trends: ein zunehmend intelligentes Energie- und Lastmanagement, eine stärkere IP-Vernetzung sowie benutzerzentrierte Visualisierungs- und Remote-Funktionen.
Daraus leiten sich auch unsere Entwicklungsschwerpunkte ab. Bei PEAKnx arbeiten wir kontinuierlich an leistungsfähigen Visualisierungs- und Bedienlösungen sowie an offenen Integrationsmöglichkeiten – beispielsweise durch ein MatterBridge-Modul in Youvi. Darüber hinaus beschäftigen wir uns mit Funktionen zur intelligenten Analyse von Energiedaten. Ein weiterer Fokus liegt auf langlebigen und modernen Hardwarelösungen, damit KNX-Systeme auch langfristig leistungsfähig und erweiterbar bleiben.


