Kritische Infrastrukturen: Risikomanagement in Datenzentren (Quelle: Niedax)
Qualitätskriterien für Rechenzentren sind im Allgemeinen hohe Betriebszeiten und minimalisierte Ausfallraten. Um diese sicherzustellen, ist insbesondere die Einhaltung von IT-Sicherheitsvorgaben entscheidend, wie sie beispielsweise das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) im Mindeststandard zum HV-Benchmark kompakt 5.0 [1] veröffentlicht hat. Dieser umfasst neben regulatorischen Anforderungen für Notfall- und Krisenmanagement auch technische Vorgaben zum Brandschutz sowie zur Gebäudesicherheit, um zu gewährleisten, dass elektrische Anlagen im Notfall weiterhin funktionsfähig bleiben.
Besonders im Brandfall – dem wohl gravierendsten physikalischen Risiko für ein Rechenzentrum – spielen Kabelverlegesysteme eine unverzichtbare Rolle. Sie sorgen nicht nur für die ordnungsgemäße Führung der Leitungen, sondern sind besonders stabil, sodass die Systeme auch unter extremen Bedingungen bis zum Eintreffen der Rettungskräfte länger betriebsbereit bleiben.
Im Rahmen des baulichen Brandschutzes müssen diese jedoch grundsätzlich den Anforderungen der DIN 4102-12 entsprechen [2]. Diese Norm stellt sicher, dass die eingesetzten Kabel zum einen halogenfrei sind und zum anderen über ein allgemeines bauaufsichtliches Prüfzeugnis verfügen. Letzteres wird nur nach einem detaillierten Prüfverfahren ausgestellt, das bestätigt, dass während der geforderten Prüfzeit weder Kurzschlüsse noch Unterbrechungen auftraten.
Nicht zu unterschätzen: Wärmeableitung und Skalierbarkeit
Grundsätzlich sollten Planer und Betreiber von Rechenzentren immer über den unmittelbaren Anschaffungspreis hinausdenken und die gesamten Lebenszykluskosten in den Blick nehmen. Unternehmen investieren oft in leistungsstarke Server und fortschrittliche Softwarelösungen, jedoch wird die Bedeutung hochwertiger und durchdachter Komponenten wie der Leitungsverlegung unterschätzt. So werden häufig Kabeltragkonstruktionen verbaut, die zu schmal sind und später keine Erweiterungen zulassen.
Gerade der wachsende Bedarf an Rechenleistung durch die Digitalisierung erfordert eine kontinuierliche Anpassung der Infrastruktur, die mitwachsen muss, ohne die Betriebsabläufe zu stören. Darüber hinaus muss die thermische Belastung bedacht werden: Überfüllte Kabeltrassen ohne ausreichende Luftzirkulation führen zu Wärmestaus, die sowohl die Lebensdauer der Leitungen verkürzen als auch den Kühlbedarf des gesamten Rechenzentrums erhöhen.