BIM-Modell wird smarter

Jaqueline Dietrich (links) und Alena Jakob (rechts) freuen sich, denn künftig können Umbauten auf Basis des Modells genauer geplant sowie Gewerke und externe Dienstleister schneller organisiert werden.

Jaqueline Dietrich (links) und Alena Jakob (rechts) freuen sich, denn künftig können Umbauten auf Basis des Modells genauer geplant sowie Gewerke und externe Dienstleister schneller organisiert werden. (Quelle: Cideon Software & Services GmbH & Co. KG)

Mittels 3D-Laserscanning übertrug Cideon das Hauptgebäude der in Haiger ansässigen Loh Services GmbH & Co. KG, des benachbarten Anbaus und der früheren Loh Academy aus der realen Welt in den digitalen 3D-Raum.

Mittels 3D-Laserscanning übertrug Cideon das Hauptgebäude der in Haiger ansässigen Loh Services GmbH & Co. KG, des benachbarten Anbaus und der früheren Loh Academy aus der realen Welt in den digitalen 3D-Raum. (Quelle: Cideon Software & Services GmbH & Co. KG)

Der Effizienzgewinn ist absehbar: „Wir können Umbauten jetzt auf Basis des Modells genauer planen, Gewerke und andere externe Dienstleister schneller organisieren und ihnen auf den Punkt genau sagen, was getan werden muss.“ Die ganzheitliche Prozesskompetenz eröffnet Loh Services (und damit auch anderen Unternehmen) ganz neue Möglichkeiten. Denn das BIM-Modell wird jetzt Schritt für Schritt noch smarter gemacht. Der Zugriff erfolgt intuitiv über ein Benutzercockpit, das jeder Fachrichtung bei entsprechender Berechtigung zur Verfügung steht.

Alena Jakob erläutert: „Wir sind aktuell dabei, Intelligenz einzuarbeiten, indem wir digitale Raumstempel mit allen Informationen einspielen.“ Das passiert in Building One, einem digitalen Raum- und Gebäudebuch mit direkter API-Anbindung an das BIM aus ArchiCAD. „Wir können alle möglichen Infos im 3D-Modell über die Raumstempel hinterlegen: Grundflächen in Quadratmeter, die Volumina der Wand- und Fensterflächen, Türen, Ansichten, Bezeichnung der Räume, Beleuchtung, Klimatisierung, Beheizung und vieles mehr.“

Mehr Dynamik in Facility Management und Instandhaltung

A. Janson spinnt den Gedanken weiter: „Als nächste Stufe käme in Betracht, dieses Modell dynamisch zu gestalten, um Sensordaten anzureichern.“ Damit könne man Energieverbräuche sichtbar machen, die aktuelle Temperatur oder Luftfeuchtigkeit erfassen und das Ganze an eine Steuerung anbinden. Ist es zu warm im Raum, schaltet sich die Heizung automatisch aus, ist die Luftfeuchtigkeit im Raum zu hoch, schaltet sich die Lüftung ein. Klar ist auch: In Energiewende-Tagen wie diesen könnte auch die eigene Stromerzeugung per Photovoltaikanlage jederzeit in den digitalen Zwilling der Liegenschaft aufgenommen werden.

In der Abteilung Sicherheit, Energie, Umwelt und Bauten ist man sich im Klaren über die Möglichkeiten, die in erster Linie Latenzzeiten reduzieren und über originäres Facility Management hinausgehen. J. Dietrich dekliniert sie durch: „Nehmen wir an, die Instandhaltung erhält den Hinweis, dass Lampe xy in Raum 116 ausgefallen ist. Ein kurzer Klick auf den digitalen Stempel, und schon ist klar, welches Ersatzteil zur Instandsetzung mitgenommen werden muss. Es ist mit dem Programm sogar möglich, externe Firmen automatisch per Mail zu informieren, wenn beispielsweise die turnusmäßige Wartung der Drehtüren oder die Filterprüfung der Klimaanlage ansteht. Oder sich über die errechnete Fensterfläche ein Komplettangebot zur Reinigung einzuholen. Zuletzt erleichtert das 3D-Modell die notwendige Information der Feuerwehr. Sie kann auf dieser Basis bei der Einrichtung neuer Büros, bei Um- und Anbauten geeignete Laufwege ermitteln.“

S. Tatsch skizziert nochmals das Big Picture: Beim Vorhaben, ein Verwaltungsgebäude über ein digitales 3D-Modell smart abzubilden, muss man die richtigen Sparringspartner zusammenbringen. Wir als Friedhelm Loh Group sind in der Lage, solch visionäre Ideen zu bespielen. Wir können das als Unternehmen tatsächlich abbilden. Das ist faszinierend.“ Unternehmen spüren, dass große Optimierungen, etwa im Bereich Ressourcen, nur noch über eine lückenlose Durchdigitalisierung auf Basis von Digitalen Zwillingen möglich sind. S. Tatsch konstatiert: „Natürlich ist die Digitalisierung der Liegenschaften als Idee längst im Mittelstand angekommen: Das zeigt uns eine ganze Flut an Anfragen aus dem Markt.“

www.cideon.de 

Ulrich Kläsener ist Fachautor bei der Green Gate AG in Windeck.
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