Best Practice in Berlin-Adlershof
Wie diese Theorie in die Praxis umgesetzt wird, demonstriert der Makerspace in den „ST3AM“-Arbeitswelten der Wista Management GmbH. Die Berliner Landesgesellschaft agiert als Wirtschaftsförderer, Standortentwickler und Dienstleister. Anfang 2025 hat der Berliner WorkingSpace ST3AM seine Pforten im Technologiepark Adlershof geöffnet: Auf rund 3000 m2 bietet Wista Management dort eine einzigartige Symbiose aus Maker-, Working- und Convention-Space – der ideale Ort für Kollaboration, Innovation und Motivation. Eine Besonderheit im ST3AM ist der Makerspace im Erdgeschoss. Unterteilt in einen analogen und einen digitalen Space stellt er alles zur Verfügung, was Start-ups und KMU für unkompliziertes Prototyping und die Umsetzung kreativer Projekte brauchen.
Zwei Areas für jede Anforderung
Die „Digital Area“ des Makerspace im ST3AM ist mit VRBrillen, 3D-Drucker, Laserscannern und -cuttern außergewöhnlich gut ausgestattet. Sogar ein volumetrischer 3D-Drucker ist integriert. In der „Analog Area“ stehen der Community eine Metall-, Holz- und Elektronikwerkstatt zur Verfügung: Diese sind mit Maschinen, Labortischen, Messtechnik, Montageflächen und Werkbänken komplett ausgestattet. Es gibt auch einen Bereich, in dem Prototypen-Leiterplatten gefertigt werden können. An Schränke sowie Abluftanlagen wurde ebenfalls gedacht. Einschränkungen in Sachen Branche oder Anwendungsszenario gibt es dank dieser breiten Ausrichtung nicht.
Komplexität auf 200 Seiten
Die Dimension des Projekts verdeutlicht der Blick in die Ausschreibungsunterlagen: Über 200 Seiten Verzeichnis und rund 600 Positionen galt es zu bewältigen. Ein entscheidender Vorteil für die Wista war die herstellerunabhängige Beratung. „Ich hatte durchgängig das gute Gefühl, dass uns Conrad nichts verkaufen will, was wir nicht wirklich brauchen“, berichtet der Projektverantwortliche Robert Wingendorf. Besonders geschätzt wurden die gute Beratung, durchgehende Erreichbarkeit und Flexibilität bei Unvorhersehbarem: Wenn eine Trennwand anders stand als geplant und das gelieferte Gerät plötzlich nicht mehr wie geplant durch die Tür passte, agierte das Team vor Ort lösungsorientiert. Sogar die Schulung des Werkstattleiters, der als Multiplikator sein Wissen an die Nutzer weitergibt, wurde mit Unterstützung von Conrad organisiert.
Die Rolle des Full-Service-Partners
Projekte scheitern selten am Preis, sondern meist an der technischen Inkompatibilität von Komponenten und einer hohen Prozesskomplexität. Die Einbindung eines erfahrenen Expertenteams bietet einen signifikanten Mehrwert: Schnittstellen lassen sich reduzieren und die Aggregation über einen zentralen Lösungsanbieter verschlankt die Prozesse rund um Bestellung, Logistik und Rechnungsprüfung. Die technische Validierung bereits in der Planungsphase vermindert die Gefahr von Fehlplanungen. Und last, not least hält die aktive Unterstützung bei der technischen Projektumsetzung den Projektverantwortlichen den Rücken frei, damit sie sich voll und ganz auf ihre eigentlichen strategischen Aufgaben konzentrieren können.
Aus dem ST3AM Makerspace: Innovative Zapfanlagen von Tapeer
Das Berliner Start-up Tapeer wurde im Jahr 2025 gegründet, hat mittlerweile vier Mitarbeiter und baut innovative Selbstzapfanlagen. Ob Festival, Club oder Eventgastronomie: Die Neuentwicklung ermöglicht es Gästen, sich ihre Getränke eigenständig zu zapfen – und kontaktlos zu bezahlen. Seine ersten Prototypen und später auch Seriengeräte hat Tapeer im ST3AM Makerspace gebaut. „Durch den Makerspace konnten wir uns zu 100 % auf das Bauen und Entwickeln konzentrieren. Sonst hätten wir viel Zeit und Fokus beispielsweise für Werkzeugbeschaffung, Kurzzeitlagerung und Transport verloren”, berichtet Ivan Malek, Geschäftsführer von Tapeer. Und weiter: „Ohne diese Infrastruktur wären unsere ersten Automaten und damit auch unser Markteintritt nicht so schnell und effizient realisierbar gewesen.”


