Der smarte Fußboden

Die Überwachung der Wohnung fällt dem Sensfloor-System zu, denn es nimmt jede Bewegung wahr. Es besteht aus einem Sensor-Underlay, der mit einem Funkchip ausgestattet ist. Dieser sendet die Daten an einen kleinen Empfänger. Jedes einzelne Feld ist per Leitung an eine Kleinspannungsversorgung angeschlossen. Das Signal kann alle Standardbodenbeläge problemlos passieren. Der Empfänger ist ein kleiner separater Kasten, der möglichst zentral positioniert werden sollte, damit er jedes Signal empfangen kann. Hier zeigen sich auch schon die Grenzen der Skalierbarkeit von Sensfloor: Die maximalen Feldgrößen sind durch die physikalische Grenze der Funkreichweite vorgegeben. Die Sensoren befinden sich unsichtbar unter dem normalen Bodenbelag. Die Bewegung wird kapazitiv erfasst, die Sensoren reagieren auf Näherung. Die Sensfloor-Software wertet die Spuren aus, erkennt Situationen und löst die hinterlegten Aktionen aus. Das System kann KI-gesteuert alltägliche Abläufe erlernen, zum Beispiel den Tagesablauf in einem Zimmer, und auffällige Abweichungen melden. Die Aufzeichnungen sind anonym, 100 % datenschutzkonform und werden nur lokal verarbeitet. Stürzt der Bewohner und kann sich selbst nicht mehr helfen, führt Sensfloor entweder festgelegte Aktionen aus oder kommuniziert über die Sprachsteuerung Aragon mit der verunfallten Person. Hat das System einen Sturz detektiert, kann zum Beispiel ein voreingestelltes Szenario abgerufen werden: Das System ruft Hilfe, gleichzeitig gehen alle Lichter an und die Jalousien werden hochgefahren, sodass alles offen und sichtbar ist.

Kommunikation mit der Sprachsteuerung

Die Offline-Sprachsteuerung Aragon arbeitet ohne Cloud-Service. Die Befehle werden ausschließlich lokal auf dem Gerät verarbeitet. Dabei ist das Vokabular von Aragon nicht eingeschränkt und bleibt so vielfältig wie bei den Online-Assistenten. So können spezielle Befehle für die Anwendung festgelegt werden, zum Beispiel die Kommunikation zwischen Aragon und Sensfloor, was die Sicherheit der Bewohner erhöht. Aragon ermöglicht auch das Steuern und Abfragen von Geräten und Funktionen wie Licht, Fernseher, Rollläden, Heizung und Wecker. So können insbesondere körperlich eingeschränkte Menschen die Funktionen ihres Heims uneingeschränkt per Sprachsteuerung nutzen, ohne dass Daten nach außen fließen. Der Aragon-Smart-Home-Assistent bietet eine hohe sprachgesteuerte Interoperabilität mit einer Vielzahl von Hausautomatisierungsprodukten.

Die Zukunft ist Funk

Die Nutzung von Smart-Home-Systemen zum Erreichen einer sicheren AAL-Umgebung wird sich in Zukunft aufgrund der demografischen Entwicklung immer mehr von „nice to have“ zu „ohne geht es allein nicht mehr“ verschieben. Die damit verbundene Akzeptanz der Systeme geht eng mit einem geringen Installationsaufwand einher. KNX per Funk wird dabei eine entscheidende Rolle spielen. Zur Nutzung einiger Produktgruppen sind jedoch auch bauliche Maßnahmen vonnöten. Das Sensfloor-System muss eingebracht werden, bevor ein Oberboden eingebaut wird. Diesen nicht geringen Einbaukosten muss jedoch ein gewichtiger Einsparungsfaktor entgegengesetzt werden. Im Gegensatz zum betreuten Wohnen ist das Wohnen in einer nicht betreuten Wohnung deutlich günstiger. Daher relativieren sich die Kosten relativ schnell, wenn die Wohnung noch über einen längeren Zeitraum genutzt werden kann. Auch für Pflegeheime und Krankenhäuser ist das System interessant, da es das Personal entlastet. Technische Unterstützung aus dem AAL-Spektrum werden wir künftig in unserem Alltag immer häufiger begegnen. Je früher sich jeder einzelne mit den Anwendungen auseinandersetzt, umso besser funktioniert das selbstbestimmte Leben in einer alternden Gesellschaft.

http://www.theben.de/ 

 

Elmar Schnekenburger ist als Productmanager Business Unit Building Automation für die Theben AG in Haigerloch tätig.
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