Nahtlose Überführung von KNX-Projekten und vorhandenen KNX-Lösungen

Raumautomation mit Bustechnologie und Anbindung an die Gebäudeleittechnik

Raumautomation mit Bustechnologie und Anbindung an die Gebäudeleittechnik. (Quelle: Phoenix Contact)

ETS-Projektimport in das Gebäudemanagementsystem Emalytics

ETS-Projektimport in das Gebäudemanagementsystem Emalytics. (Quelle: Phoenix Contact)

Gewerkeübergreifende Integration und Standardisierung der Datentypen

Gewerkeübergreifende Integration und Standardisierung der Datentypen. (Quelle: Phoenix Contact)

KNX-Ankopplung an das Gebäudemanagementsystem Emalytics

KNX-Ankopplung an das Gebäudemanagementsystem Emalytics. (Quelle: Phoenix Contact)

Die Herausforderungen bei der Implementierung einer ganzheitlichen Raumautomation liegen in der Normalisierung und Überführung der Informationen unterschiedlicher Protokolle in eine einheitliche Form. Das Gebäudemanagementsystem Emalytics von Phoenix Contact bietet eine leistungsstarke IoT-basierte Plattform. Dort werden alle Daten aus den einzelnen Protokollen der Gewerke normalisiert und in einem Datenraum zusammengeführt. Aufgrund der datennormalisierten Verarbeitung im Gebäudemanagementsystem löst sich die Komplexität der verschiedenen Protokolle und Systeme auf. Die Informationen stehen jetzt zur Visualisierung, Analyse und Optimierung zur Verfügung.

Im Bestand vorhandene KNX-Projekte oder neu erstellte KNX-Lösungen können mit dem Raumautomations-Controller Catan EN von Phoenix Contact nahtlos in den Datenraum des Emalytics Frameworks überführt werden. In die Steuerung ist eine KNX-Schnittstelle integriert, sodass sie als transparenter Teilnehmer die KNX-Installation der Raumautomation in das Gebäudenetzwerk einbindet. Die mit der Engineering-Tool-Software (ETS) generierten Verknüpfungen sowie die Adress- und Datenstrukturen des KNX-Projekts lassen sich nahtlos in das Emalytics-System übernehmen. Hier werden sie im einheitlichen Datenraum als normalisierte Variable mit den normalisierten Variablen sämtlicher weiteren integrierten Gewerke weiterverarbeitet. Doch trotz technologischer Fortschritte bleibt die Umsetzung einer effizienten Gebäudeautomation sowie eines intelligenten Energiemanagements in der Praxis oft hinter den Möglichkeiten zurück.

Normalisierung der verschiedenen Übertragungsprotokolle

Unterschiedliche Protokolle wie KNX, Bacnet, Modbus oder Dali erschweren die Einbindung und ganzheitliche Betrachtung. Was es braucht, ist eine Plattform, die Daten aus allen Gewerken kombiniert. Emalytics ermöglicht die gewerkeübergreifende Integration von HLK-Systemen, Raumautomation, Energieerfassung und mehr sowie die Verknüpfung sämtlicher relevanten Informationen. So lassen sich intelligente Regelstrategien, Energieeinsparungen und Komfortsteigerungen realisieren – ganz ohne Medienbrüche oder Insellösungen. Das Emalytics Framework und der Raumautomations-Controller Catan EN sind die Werkzeuge zur durchgängigen Einbindung der HLK-Anlagen und der Raumautomation in ein ganzheitliches Gebäudeautomationssystem. Die Installation, Konfiguration und Parametrierung einer KNX-basierten Raumautomationslösung des Elektroinstallateurs kann durch den Systemintegrator als KNX-ETS-Projektdatei in das Emalytics Framework importiert werden. Dadurch ist es möglich, die Informationen aus der Raumautomation und die HLK-Anlagenautomation gesamtheitlich zu betrachten, das Verhalten auszuwerten und Verbesserungs- sowie Effizienzstrategien abzuleiten.

Die Zukunft kann heute schon stattfinden. Die an der Gebäudeautomation Beteiligten müssen lediglich die vorhandenen Technologien und Optionen anwenden. Eine ganzheitliche Lösung erfordert interdisziplinäres Denken sowie die Zusammenarbeit von IT, Elektrotechnik, HLK-Planung, Architektur und Betriebsführung. Nur so entstehen Lösungen, die sowohl technisch funktionieren als auch wirtschaftlich, ökologisch und klimaschonend sinnvoll sind.

Neue Gebäudesteuerung im REG-Format

In der Gebäude- und Raumautomation kommen häufig kompakte Installationsverteiler zum Einsatz, die nur wenig Platz für die zu installierende Hardware bieten. Deshalb hat Phoenix Contact sein Produktportfolio um Geräte im REG-Format erweitert. Neben der bewährten Gebäudesteuerung ILC 2050 BI ist ab sofort der neue Catan-Controller erhältlich. Die schmale Steuerung mit einer Baubreite von lediglich sechs TE zeichnet sich durch einen flexiblen Mix aus 14 einzeln konfigurierbaren Ein- und Ausgängen aus, was zu einer weiteren Platz- und Kostenersparnis führt. Acht universelle Eingänge eignen sich unter anderem für Temperatursensoren, 0…10-V-Schnittstellen oder als Zähler. Die beiden Universal- und vier Digitalkanäle sind alternativ als Aus- oder Eingänge einstellbar.

Der Catan-Controller, der mit einem Managed-Ethernet-Switch ausgestattet ist, umfasst drei Ethernet-, zwei serielle RS-485- und zwei USB-C-Schnittstellen zum Anschluss eines Controlpanels sowie von USB-Peripheriegeräten. Als erster Niagara-Controller hat er zudem eine KNX-TP-Schnittstelle on board. Das steckbare Controlpanel unterstützt bei der lokalen Inbetriebnahme, Bedienung und Wartung. Darüber hinaus gibt es zwei SPE-Schnittstellen für die verschiedenen Catan-Erweiterungsmodule. Als Programmierumgebung und zur Visualisierung steht mit Emalytics und dem Niagara Framework ein leistungsfähiges Werkzeug bereit. Mit dieser Ausstattung lassen sich Protokolle wie Bacnet, KNX oder Modbus integrieren und der Controller einfach in eine Cloudumgebung einbinden.

Literatur

  1. Wie wird in deutschen Gebäuden geheizt? Aktuelle Daten zum Klimaschutz im deutschen Gebäudebestand; Dena Gebäudereport 2024: www.enercity.de/magazin/unsere-welt/dena-gebaeudereport-2024
  2. Klimaschutzplan 2050: Klimaschutzpolitische Grundsätze und Ziele der Bundesregierung; Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz, Bau und Reaktorsicherheit (BMUB) Referat Öffentlichkeitsarbeit; Stand: November 2016
  3. Energieeffizienzstrategie Gebäude: Wege zu einem nahezu klimaneutralen Gebäudebestand; Drucksache 18/6782 vom 19.11. 2015, Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi): www.bmwi.de
  4. Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, zur Änderung des Bürgerlichen Gesetzbuches, zur Änderung der Verordnung über Heizkostenabrechnung, zur Änderung der Betriebskostenverordnung und zur Änderung der Kehr- und Überprüfungsordnung – kurz GEG – vom 19.10. 2023; (BGBL) I Nr. 280.

www.phoenixcontact.de/gebaeude

Lena Kuhlmann ist Marketing Managerin Gebäude bei der Phoenix Contact Deutschland GmbH in Blomberg. Frank Knafla ist als Head of Market Management Building Technologies für die Phoenix Contact GmbH & Co. KG in Bad Pyrmont tätig.
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