Hohe Sicherheit durch Spannung-, Frequenz- und Stromanalyse
Eine permanente Prävention quer durch die gesamte elektrische Versorgungsinfrastruktur ist sehr wichtig. Die AFDD-Technologie von ABB analysiert kontinuierlich deren Frequenz, Spannungs und Strombild, um charakteristische Muster zu erkennen, die auf eine Lichtbogengefahr hindeuten. In solchen Fällen werden die betroffenen Stromkreise sofort vom Netz getrennt. Damit sinkt das Risiko von elektrisch gezündeten Bränden signifikant, die ihre Ursache in Isolations oder Kontaktierungsfehler bei der Installation haben.
Für die Neuinstallation im Aachener Dom plante die Projektierungsfirma Wagner & Müller je nach Endstromkreis mit einem AFDD mit integriertem Überstrom und Fehlerstromschutz. Neben der Vermeidung von Fehlerlichtbögen schützen diese vor Überlast und Kurzschluss, aber auch bei einem klassischen Fehlerstrom. Dadurch lässt sich nicht nur der vorbeugende Brandschutz im Dom realisieren, sondern auch der Leitungs und Personenschutz. Wagner & Müller wird mit diesen Komponenten der DIN VDE 0100-420 gerecht, ohne erhebliche Eingriffe in die Bausubstanz einplanen zu müssen. Die Komplexität der elektrischen Anlage bleibt durch die kombinierten Schutzgeräte dabei überschaubar.
Im Sommer 2022 starteten die ersten Arbeiten für neue Strom und Datenverkabelung, die künftig auch als Basis für die frühzeitige Brandherderkennung per Kamera und KI-Software dient. Im Vergleich zu anderen Installationsprojekten dieser Dimension kommen im Aachener Dom die Vorgaben des Denkmalschutzes als besondere Herausforderung hinzu. Finanziert wird das neue Brandschutzsystem für die 1200 Jahre alte Wallfahrtskirche und Grabstätte Karls des Großen durch Spendengelder, die der Aachener Karlsverein Dombauverein akquirierte, sowie durch eine Förderung des Landes NRW.

