Altes Amtsgericht in Furth im Wald

Beim Alten Amtsgericht in Furth im Wald entwickelten die Planer auf Basis der NCS-Farbpalette (Natural Colour System) eine fein abgestimmte Farbwelt. (Quelle: Henrik Schipper)
Mitten im Herzen von Furth im Wald befindet sich das Alte Amtsgericht, ein markanter Walmdachbau aus den Jahren 1862/63, der nach Jahrzehnten des Leerstands zu einem lebendigen Zentrum für Kultur, Tourismus und Bildung wurde. Heute beherbergt das denkmalgeschützte Gebäude die Stadtbibliothek, die Touristeninformation, das Kulturamt und das sogenannte Drachenstichbüro, die organisatorische Zentrale des traditionsreichen Further Festspiels. Das aufwendig sanierte Gebäude wurde zu einem identitätsstarken Ort im Zentrum der Kleinstadt.
Die Sanierung durch PH2 Architektur + Stadtplanung basierte auf dem klaren Leitgedanken einer behutsamen Erneuerung bei größtmöglicher Erhaltung historischer Substanz. Türen, Fenster und Stuckdecken wurden restauriert, das Mauerwerk trockengelegt sowie Dach und Fassade denkmalgerecht instandgesetzt. Gleichzeitig erhielt das Gebäude eine moderne, barrierefreie Erschließung und eine zeitgemäße technische Ausstattung, vom Aufzug über die Elektroinstallation bis zur digitalen Bibliothekstechnik.
Im Mittelpunkt der Gestaltung steht das neue Farbkonzept. Die Planer entwickelten auf Basis der NCS-Farbpalette (Natural Colour System) eine fein abgestimmte Farbwelt, die natürliche Materialien wie Eiche und Putz mit Akzenten in Rot, Blau und Grün kombiniert. Die Töne greifen historische Bezüge auf und übersetzen sie in eine zeitgemäße, klare Farbsprache. Die Jung-Produkte ergänzen das Konzept mit den passenden „Les Couleurs Le Corbusier“-Farbtönen und setzen es bis ins Detail fort. Zum Einsatz kamen Flächenschalter, Steckdosen, USB-Steckdosen und Anschlussdosen aus dem Programm LS 990 sowie F50-Taster. Verwendet wurden unter anderem die Farbtöne vert anglais clair (LC 32041) als ein heller, elegant zurückhaltender Grünton, vert anglais (LC 32040) als natürliches Grün, céruléen vif (LC 32031) und céruléen moyen (LC 32032) als klare, lebendige Blautöne, rouge vermillon 31 (LC 32090) als kraftvoller, leuchtender Rotton sowie l’ocre rouge moyen (LC 32111), ein warmer, erdiger Ockerton.
Die fein abgestuften Farbnuancen von Wänden und Ausstattung bilden ein harmonisches Spektrum, das den Räumen Tiefe und Lebendigkeit verleiht. Sie greifen die architektonische Vielfalt des historischen Bestands auf und schaffen einen sensiblen Dialog zwischen Alt und Neu. Die matten, farblackierten Oberflächen der Jung-Schalter und -Taster fügen sich selbstverständlich in das Gesamtbild ein. Mal verschmelzen sie mit der Wandfarbe, mal setzen sie bewusste Akzente, die dem Raum Rhythmus und Struktur verleihen. Gleichzeitig sorgt die moderne und smarte Elektroinstallation auf Basis von KNX-Technologie für Komfort und Effizienz. Beleuchtung, Verschattung und weitere Funktionen lassen sich flexibel steuern und an die unterschiedlichen Nutzungen des Hauses anpassen.
Das Vöhlinschloss in Frickenhausen
Mitten im Unterallgäu erhebt sich in Frickenhausen das Vöhlinschloss, ein denkmalgeschütztes Bauwerk von nationaler Bedeutung, dessen Ursprünge bis ins Jahr 1492 zurückreichen. Der von der Handels- und Patrizierfamilie Vöhlin errichtete wehrhafte Bau mit seinen Rundtürmen, dem mächtigen Satteldach und dem barocken Rittersaal prägt bis heute das Ortsbild. Nach Jahrhunderten wechselvoller Nutzung als Adelssitz, Pfarrhaus und zuletzt privates Wohnhaus wurde das Denkmal von Kern Architekten in enger Abstimmung mit Fachhandwerkern umfassend instandgesetzt und für eine zukünftige Wohnnutzung ertüchtigt.
Das Sanierungskonzept setzte auf größtmögliche Substanzerhaltung, traditionelle Handwerkstechniken und den konsequenten Einsatz natürlicher, regionaler Materialien: Der Sand stammt aus Frickenhausen, der Kalk aus Altmannstein, das Fichtenholz aus dem Sachsenrieder Forst und die handgeschlagenen Ziegel aus Oberbayern. Neben der denkmalgerechten Instandsetzung war auch die behutsame Ergänzung zeitgemäßer Elemente entscheidend. Notwendige Ergänzungen wurden so ausgeführt, dass historische Spuren erlebbar bleiben und neue Eingriffe klar ablesbar sind. Diese entwickeln den Bestand weiter und überführen ihn in die heutige Zeit. So entstand ein Wohngebäude, das die Anforderungen der neuen Nutzung erfüllt, ohne seinen historischen Charakter zu verlieren. Im Erdgeschoss wurde zudem eine halböffentliche Zone geschaffen, die als kultureller Begegnungsraum im ländlichen Raum dient.
Bei der Auswahl der Ausstattung galt es, sich gestalterisch zurückzunehmen und zugleich höchste Qualität zu verwenden. Bei der Elektroausstattung fiel die Entscheidung auf das Schalterprogramm Jung LS 990 in Alpinweiß. Mit seiner klaren Geometrie, der flachen Form und der neutralen Farbgebung fügt sich das Programm unaufdringlich in die historischen Räume ein. Es schafft eine dezente, aber präzise Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart – Technik, die sich harmonisch in den denkmalgeschützten Kontext integriert.

