Energiemanagement in der Praxis

Grafik von Energieverbrauchsinformation

Energieverbrauchsinformationen müssen gesammelt, übersichtlich dargestellt und (automatisiert) ausgewertet werden. Das übernimmt zum Beispiel das Energiemanagementsystem der Marke Webfactory. (Quelle: HMS/Webfactory)

Mit solchen Systemen ist es dank Cloud-Anbindung auch heute schon möglich, schnell und von überall auf Ausnahmezustände oder Alarme via Smart Device zu reagieren. Dazu braucht es aber Energiemanagementsysteme, die Datensammlung, Visualisierung und Methoden zur Optimierung vereinen und einfaches Reagieren möglich machen.

Was heute bereits mit durchdachten Energiemanagementsystemen machbar ist, zeigt ein Anwendungsbeispiel bei einem führenden Automobilhersteller. Hier wird der Energieverbrauch von Gebäudetechnik und Produktion ganzheitlich betrachtet und permanent überwacht. Dazu kommt seit 2015 das „Energie Management System+“ (kurz: EMS+) zum Einsatz. Mit ihm konnte der gesamte Verbrauch aller eingesetzten Medien (also Wärme, Druckluft, Kühl- und Trinkwasser sowie Erdgas) und damit auch die entsprechenden Emissionen (wie CO 2 oder Lösungsmittelemission) bis zum Jahr 2018 um 25 % reduziert werden (verglichen zum Referenzjahr 2010). Das EMS+ ist eine Lösung von Webfactory, einer Marke von HMS, und verwaltet mehr als 2 000 Zähler, die monatlich mehrere Millionen Messwerte liefern. Über „Kostenstellen“ werden Energieverbräuche sichtbar gemacht. Anwender sehen zudem übersichtlich, welche Bereiche bereits den vorgegebenen Verbräuchen entsprechen und wo noch Handlungsbedarf besteht. So wurden und werden auch in Zukunft konsequent Einsparungen möglich: Bis 2025 wird eine Reduktion um 45 % angestrebt.

Mehr Nutzerkomfort

Eine intelligente Gebäudeautomation zielt auf einen energieeffizienten, wirtschaftlichen und sicheren Gebäudebetrieb ab. Dennoch sollte auch der Nutzerkomfort nicht außer Acht gelassen werden. Wobei sich der Nutzerkomfort bei gewerblichen Einrichtungen mit großen oder mehreren Gebäudekomplexen auch auf die Mitarbeiter der Gebäudeverwaltung, zum Beispiel Haustechniker, bezieht. Mit Cloud-Lösungen können sie die einzelnen Verbraucher wie Licht, Klimaanlage und Heizung der einzelnen Gebäude und Räume nicht nur über die zentrale Haustechnik, sondern bei Bedarf auch über ein mobiles und dennoch zentrales Dashboard via Smart Device steuern. Ein Haustechniker kann sich zum Beispiel bei unerwarteten Verbrauchsspitzen ein Bild vor Ort machen und bei Bedarf Sollwerte direkt über sein Smartphone anpassen.

Selbstverständlich profitieren auch Mitarbeiter, Besucher und alle Personen, die sich länger in einem Gebäude aufhalten, von einer intelligenten Gebäudeautomation. Optimal eingestellt, trägt sie zu einem angenehmen Raumklima bei; und auch bei längeren Abwesenheiten wie Wochenenden oder Urlaub verhindert sie das Überheizen oder komplette Auskühlen von Räumen.

Literatur

  1. Umweltbundesamt, Dessau-Roßlau: www.umweltbundesamt.de/daten/umweltindikatoren/indikator-energieverbrauch-fuer-gebaeu-de
  2. webfactory-i4.de

 

Thilo Döring ist Geschäftsführer der HMS Industrial Networks GmbH in Karlsruhe
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