Dr. Axel Zein, CEO von WSCAD, erklärt unter der Kuppel des ESO-Supernova-Planetariums in Garching bei München, was Engineering Intelligence für die tägliche Arbeit bedeutet. (Bild: WSCAD)
„Electrix OS ist nicht als weiterer Copilot innerhalb der bestehenden E-CAD-Software angelegt. Das System bildet vielmehr eine eigene ,Engineering-Intelligence‘-Ebene, die zwischen Elektrokonstrukteur und E-CAD-Anwendung tritt“, erklärt Dr. Axel Zein, CEO von WSCAD, in seiner Keynote zum Begin der Veranstaltung.
Zum besseren Verständnis lohnt ein Blick auf die bisherige Arbeitsteilung: Der Konstrukteur entwickelt die technische Lösung, trifft Entscheidungen und steuert die E-CAD-Software. Diese setzt die Vorgaben um und erzeugt Pläne sowie Dokumentation. Mit Engineering Intelligence verschiebt sich diese Architektur hin zu: Der Konstrukteur definiert weiterhin Ziele, technische Anforderungen und Randbedingungen. Die KI-Ebene interpretiert diese Vorgaben, entwickelt daraus technische Lösungswege und stößt anschließend die notwendigen Schritte im E-CAD-System an beziehungsweise führt sie aus.
Kein Ersatz für den Konstrukteur
Wesentlich ist dabei, den Konstrukteur nicht zu ersetzen, sondern dank Engineering Intelligence eine Art digitalen Kollegen an die Seite gestellt zu bekommen. Dabei wartet dieser nicht nur auf einzelne Anweisungen, sondern kann Engineering-Aufgaben übernehmen und die dafür notwendigen Arbeitsschritte im E-CAD-System ausführen.
Damit verändert sich auch die entscheidende Frage für Unternehmen. Statt nur zu betrachten, welcher Copilot einzelne Arbeitsschritte am stärksten beschleunigt oder wie schnell Konstrukteure zeichnen können, rückt eine andere Größe in den Vordergrund: Wie viel Engineering-Kapazität können Unternehmen mit ihren vorhandenen Fachkräften bereitstellen?
In diesem Aspekt liegt ein wesentlicher Unterschied zwischen assistierender KI und Engineering Intelligence: Der Copilot macht den Elektrokonstrukteur bei einzelnen Tätigkeiten schneller. Eine native Engineering-Intelligence-Ebene zielt darauf, darüber hinaus zusätzliche Engineering-Kapazität verfügbar zu machen.