Wann ist es soweit?

BIM verbessert den Datenaustausch und die Kommunikation der Beteiligten

„BIM verbessert den Datenaustausch und die Kommunikation der Beteiligten. Das führt bei jedem einzelnen Gewerk zu optimierten Planungs- und Bauprozessen mit beschleunigten Abläufen, weniger Fehlern, geringerer Nacharbeit und besserer Koordination der Gewerke“, erkärt Rolf Schulte, Global Vertical Market Manager Building Technologies bei Eplan. (Quelle: Eplan)

Die Meinung am Runden Tisch war eindeutig: BIM muss offen sein

Die Meinung am Runden Tisch war eindeutig: BIM muss offen sein. Und: Das BIM-Modell muss nicht alle Daten enthalten. Stattdessen enthält es Referenzierungen zu anderen Datenquellen. Bezogen auf die Gebäudeautomation bedeutet das: Das BIM-Modell enthält die grafische Verortung aller Komponenten sowie minimale Informationen und die Referenzierung, zum Beispiel zu Eplan und anderen Software-Plattformen. (Quelle: Eplan)

Während BIM in der Gebäudetechnik/TGA – wie hier beschrieben

Während BIM in der Gebäudetechnik/TGA – wie hier beschrieben – vielfach, aber leider zu selten gewerkeübergreifend und vollumfänglich genutzt wird, steht BIM in der Gebäudeautomation noch ganz am Anfang. (Quelle: Eplan)

Wenn der Nutzen offensichtlich, die aktuelle Nutzung aber vernachlässigbar ist, stellt sich die Frage: Wann ist es soweit? Wann wird BIM möglichst flächendeckend in der Gebäudeautomation genutzt? Hier ist das Meinungsbild differenziert. Frühestens 2027, so das Meinungsbild, wird BIM wohl Standard sein bei großen Projekten. Bei den Komponentenherstellern wird immer häufiger die grafische Ausprägung der Produkte angefragt, aber damit er-schließen sich die Anwender nur einen Bruchteil der Vorteile. Wichtig ist es aus Sicht der Gebäudeautomatisierer, auch die alphanumerischen Daten einzubeziehen – zum Beispiel indem man für die Geräte herstellerneutrale Platzhalter verwendet. Das funktioniert in der Praxis gut.

Wer treibt BIM voran? Ein Integrator? Eine Nutzerorganisation?

Bei den intensiven Diskussionen stellten sich bei manchem Teilnehmer Dejá-vu-Effekte ein: „Wir diskutieren seit 20 Jahren über BIM, kommen aber nicht entscheidend weiter.“ Das wird an den bereits genannten Aspekten (insbesondere an der fehlenden Standardisierung) liegen, aber auch daran, dass die BIM-Methodik keinen starken „Anwalt“ in der Gebäudetechnik hat. R. Schulte: „In einzelnen Planungsunternehmen funktioniert BIM sehr gut – man spart Zeit und Koordinationsaufwand. Aber solange niemand ein monetäres Interesse an einem übergreifenden BIM-Modell hat, werden wir die Methodik gewerke- oder unternehmensübergreifend nicht ans Laufen bekommen.“

Hier könnte ein BIM-Integrator eine Aufgabe finden oder ein externer Dienstleister, der das BIM-Modell über die gesamte Wertschöpfungskette und über alle Gewerke hinweg verwaltet und pflegt – auch im Betrieb des Gebäudes. Sein Geschäftsmodell wäre dann die Pflege des BIM-Modells und der Nutzen für den Anwender besteht darin, dass dadurch der Wert des Assets steigt. Eine Alternative wäre eine Nutzerorganisation, die den BIM-Standard forciert. Auch neue Konstruktionsplattformen wie Manufacturing-X könnten Vorbild für ein Geschäftsmodell sein, das die verstärkte und gewerkeübergreifende Nutzung von BIM vorantreibt.

Fazit: Bereit für den nächsten Schritt

Das Fazit des 3. Runden Tischs der Gebäudeautomation: BIM hat sich von der Architektur bzw. der Gebäudehülle und den Geometriedaten bis zur TGA vorgearbeitet. Allerdings ist die Nutzung des Modells oft auf einzelne Unternehmen beschränkt. Eine durchgängige Nutzung in Planung, Ausführung und Betrieb würde ganz erhebliches Potenzial freisetzen und das noch mehr, wenn die Gebäudeautomation gewerkeübergreifend integriert ist.

Dieser Schritt steht noch aus. Aus Sicht von Eplan als Veranstalter des Runden Tischs steht mit der Eplan Plattform ein passendes Werkzeug für das Electrical Engineering nach der BIM-Methodik zur Verfügung. Und in naher Zukunft wird BIM die Basis für den digitalen Zwilling jeder Liegenschaft sein, die neu geplant oder auch modernisiert wird. Die Teilnehmer des Runden Tischs arbeiten daran.

Die Teilnehmer des 3. Runden Tischs

  • Nico Frühinsfeld, Head of ICA & Air Conditioning technology, AL-Ko Therm GmbH/ Airtec
  • Lucas Albin, Senior Product Manager EMEA, Belimo Automation AG
  • Karsten Spiess, Head of Data Management MEP/BIM, Cadenas GmbH
  • Christian Hofer, Geschäftsführer, EliteBuildingArchiTec GmbH
  • Rolf Schulte, Global Vertical Market Manager Building Technologies, Eplan GmbH & Co. KG
  • Christian Klaus, Partner Manager, Eplan GmbH & Co. KG
  • Stefan Müller-Gerwers, Consultant Gebäudeautomation, Eplan GmbH & Co. KG
  • Alois Achleitner, Leiter Geschäftsbereich Gebäudeautomation, Kreuzpointner Gruppe
  • Jonas Gesenhues, Product Data Manager, MagiCAD Group GmbH
  • Dominic Gerhold, Projektingenieur, M&P Braunschweig GmbH
  • Matthias Gunz, Projektleitung Gebäudeautomation, Neuberger Gebäudeautomation GmbH
  • Frank Knafla, Head of Market Management Buidling Technologie, Phoenix Contact
  • Joachim Löw, Standortleiter, Quintec Smart Technology GmbH
  • Ronald Heinze, Chefredakteur & Verlagsleiter Zeitschriften, VDE VERLAG

Die Ergebnisse der Diskussion am „Runden Tisch der Gebäudeautomation“

  • In der Architektur hat sich BIM als Geometriedaten-Modell auch gewerkeübergreifend durchgesetzt.
  • In der Gebäudetechnik gibt es (noch) keinen ausreichenden Standard für BIM-Modelle. Jeder Planer verwendet „sein“ Modell und das Potenzial des BIM-Konzepts im Sinne eines digitalen Zwillings – so ist das Konzept gedacht – wird nur selten ausgeschöpft.
  • Allein die interne Nutzung innerhalb eines Unternehmens zwischen verschiedenen Abteilungen setzt schon erhebliche Effizienzpotenziale frei.
  • Wünschenswert ist der Einsatz des BIM-Modells über die gesamte Lebensdauer des Gebäudes/der Anlagen (Service/Wartung, Umbau, Retrofit).
  • In der Gebäudeautomation steht BIM noch ganz am Anfang.
  • Die ersten Erfahrungen zeigen: Es lohnt sich für Gebäudeautomatisierer, „early adopter“ bei der BIM-Nutzung zu sein.
  • Mit der Eplan Plattform steht eine Basis für das Funktionale Engineering in der Gebäudeautomation und der Elektrotechnik nach dem BIM-Konzept zur Verfügung.

www.eplan.de

Gerald Scheffels ist als freier Fachjournalist in Wuppertal tätig.
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