Anforderungen des Denkmalschutzes

Abbildung von Brandschutz- und Evakuierungskonzept. Die Zugänge der Evakuierungsbereiche werden über automatische Rauchmelder mit ASA-Technologie überwacht. Brandmelder und Leitungen sind ohne Bohrlöcher installiert.

Die Zugänge der Evakuierungsbereiche werden über automatische Rauchmelder mit ASA-Technologie überwacht. Brandmelder und Leitungen sind ohne Bohrlöcher installiert. (Quelle: Siemens AG)

Abbildung von Brandschutz- und Evakuierungskonzept. Simulation eines Schwelbrands mit einem speziellen VdS-Brandgasgenerator.

Simulation eines Schwelbrands mit einem speziellen VdS-Brandgasgenerator. (Quelle: Siemens AG)

"Wo es Sinn macht, nutzen wir selbstverständlich moderne Technik", macht Dombaumeisterin Prof. Barbara Schock-Werner klar. "Und natürlich geht es neben der Sicherheit für unsere Besucher auch darum, die wertvollen Kunstwerke im Dom zu erhalten und zu schützen." Als Leiterin der Dombauverwaltung ist sie jedoch auch für die Einhaltung des Denkmalschutzes verantwortlich: "Die Schwierigkeit besteht für uns immer wieder darin, die Erfordernisse eines funktionalen Gotteshauses mit denen eines bedeutenden Kulturdenkmals zu verbinden." Für die Installation notwendiger technischer Einrichtungen gibt es klare Vorgaben, die die Dombaumeisterin ganz pragmatisch auf eine kurze Formel bringt: "Bei uns wird kein Loch gebohrt." Alle technischen Komponenten müssen sich also wieder entfernen lassen, ohne Spuren zu hinterlassen oder die Bausubstanz zu schädigen.

Für die Umsetzung des Brandschutzkonzepts im Südturm waren deshalb außergewöhnliche Lösungen gefragt. So wurden die Ansaugrauchmelder nicht angeschraubt, sondern mittels einer Klemmkonstruktion aus korrosionsfreiem Edelstahl befestigt. Auch Brandmelder und Leitungen wurden versteckt und ohne Bohrlöcher installiert.

Testfeuerversuche und erste Bewährungsprobe

Nach Abnahme der gesamten Anlage führten Siemens und der TÜV Rheinland im November 2010 zusätzlich einen Testfeuerversuch mit 80 Jugendfeuerwehrleuten als Statisten durch. Dafür wurde in Anlehnung an das definierte Testfeuer TF2 mit einem speziellen VdS-Brandgasgenerator ein echter Schwelbrand simuliert, bei dem trotz der komplexen Luftströmungen im Kölner Dom eine schnelle und zuverlässige Branddetektion nachgewiesen werden sollte. Die Branddetektion erfolgte in dem Realversuch dann auch schnell und präzise; die Steuerungen lösten wie vorgesehen aus. Die vorher nicht informierten Testpersonen gelangten im Rahmen einer Großübung der Feuerwehr Köln ohne Verzögerung in die Fluchträume und wurden durch die Feuerwehr sicher aus dem Gebäude geführt.

Nur wenige Tage später konnte sich die Anlage dann auch in einem echten Brandfall bewähren. Eine defekte Leitung hatte in einer Zwischendecke des Zugangsbereichs einen Schwelbrand verursacht. 113 teils ausländische Gäste wurden über das Brandschutz- und Evakuierungskonzept in Sicherheit gebracht und die Brandursache konnte frühzeitig bekämpft werden

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