Nachtauskühlung über die Lüftung gesteuert
Die Steuerung sorgt aber nicht nur dafür, dass vergessene Lichter nach kurzer Zeit ausgeschaltet werden, sie stellt sich auch auf unterschiedliche Jahres-, Schul- und Ferienzeiten ein. Im Winter fährt die Lüftung in einem Zimmer hoch, sobald der CO2-Melder anschlägt. Erkennt der Präsenzmelder Abwesenheit, stoppt die Lüftung nach einer Nachlaufzeit von zwei Stunden.
Im Sommerbetrieb wird die Anlage für die Nachtauskühlung benutzt. Ist die Temperaturdifferenz außen/innen groß genug, läuft die Lüftung. So sind die Klassenräume morgens angenehm kühl. Bei Außentemperaturen unter 22 °C startet die Lüftung auch, wenn die CO2-Werte zu hoch sind. Bei höheren Temperaturen – nur dann ist noch Handbetrieb gefragt – öffnen die Lehrkräfte bei Bedarf die Fenster an der sonnenabgewandten Raumseite. F. Schillinger hat dafür alle Räume so geplant, dass sie Fenster zu mehreren Seiten aufweisen.
Unterstützt wird die Lüftung durch die tageszeitabhängige Jalousie-Steuerung. Je nach Sonnenstand und Temperatur sorgt die Beschattung für kühle Räume oder fängt im Winter auch einmal Sonnenwärme ein. Priorität haben dabei immer die Anwesenheit von Personen im Raum oder die höchste Instanz – die manuelle Steuerung. Generell ist die Automatik so ausgelegt, dass noch nicht einmal ein manuelles Umschalten während der Ferien nötig ist. Wird keine Präsenz erfasst, geht die Anlage in einen Minimalbetrieb.
Minimalistische Bedienung für Zentralfunktionen
Ganz ohne Bedienpanel kommt auch die beste Automatik nicht aus. Es befindet sich im Lehrerzimmer und zeigt Zustände, wie die Luftqualität in den Räumen oder Störungen an. Auch Zentralfunktionen, wie das Ein- und Ausschalten der gesamten Beleuchtung sind hier hinterlegt.
Besonders erwähnenswert ist die Pandemie-Funktion. Auf dem Touchscreen lässt sich die Anlage per Button auf Pandemiebetrieb stellen. Das ist nicht nur in Pandemiezeiten, sondern auch in der Erkältungszeit von Vorteil. Die Lüftungen in Klassenzimmern und Sanitäranlagen laufen in diesem Fall bei Präsenz ständig, unabhängig vom CO2-Gehalt. Nur wenn die Außentemperaturen zu hoch sind, müssen die Fenster gemäß den gesetzlich vorgeschriebenen Zyklen geöffnet werden. Die Lüftung würde sonst zu viel Warmluft in die Klassenzimmer bringen.
Insgesamt bietet das Konzept mit einer überschaubaren Investition ein Maximum an Energieeffizienz und Komfort.

