Automation schützt vor Überforderung

Abbildung von Grund- und Gemeinschaftsschule

Der Erweiterungsbau der Grund- und Gemeinschaftsschule fügt sich gut in die kleinteilige Dorfstruktur ein. (Quelle: Christoph/Alt Fotografie Elmshorn)

Abbildung von L-förmige Gebäudeform mit einer Terrasse

Die L-förmige Gebäudeform mit einer Terrasse bietet Aufstockungspotenzial für zwei weitere Klassenräume. (Quelle: Christoph/Alt Fotografie Elmshorn)

Abbildung von Farbgebung und Materialien

Farbgebung und Materialien erinnern an einen Laubwald zu verschiedenen Jahreszeiten. (Quelle: Christoph/Alt Fotografie Elmshorn)

„Wenn die Lehrkraft ins Zimmer kommt, unterwegs noch ein paar Nachzügler eingesammelt hat, die Klasse auf die Stühle bringen muss und den Unterricht beginnen will, kann sie nicht auch noch Zeit damit verbringen, die Lüftung und die Jalousien zu bedienen“, beschreibt F. Schillinger den Schulalltag. „Alle Beteiligten haben sich sehr viel Mühe gegeben, die Gebäudeautomation so zu gestalten, dass die Nutzer nicht eingreifen müssen. Wenn bei so vielen Personen jeder irgendetwas schaltet, funktioniert das nicht. Wir hatten schon Vortragsräume an Instituten, bei denen die Anwender mit drei Lichtszenarien überfordert waren. Wenn die Automatik möglichst viel regelt, sorge ich für Entlastung und habe die höchste Energieverbrauchseffizienz.“

Die Automatisierung sollte die Beleuchtung, die Beschattung sowie die Lüftung der Klassenzimmer und der Toiletten umfassen. Mit der Installation und Programmierung der Anlage wurde die Firma Elektro-Zug aus dem nahe gelegenen Rottenburg am Neckar beauftragt. Der langjährige Mitarbeiter und Teilhaber Lorenz Hoch betreute das Projekt. Er kümmerte sich auch um die Auswahl der Komponenten und fand bei Theben eine interessante Lösung.

Ein Anschluss, zwei Melder

Auf der Suche nach der passenden Sensorik sprach L. Hoch die Firma Theben an: „Wir haben schon lange einen guten Kontakt. Theben bietet einen sehr guten Support und kann zuverlässig liefern, wohl auch durch die Fertigung in Haigerloch“, erläutert er. Gemeinsam mit Theben suchte er nach dem passenden Produkt. Vor Ort besprach man die verschiedenen Positionen für die Präsenzmelder. In diesem Gespräch stellte sich heraus, dass in den Zimmern auch die Luftgüte gemessen werden sollte. Zur Übernahme beider Aufgaben mit einem Bauteil erwies sich der Multisensor „thePrema P360 KNX AP Multi WH“ als ideal. Dieser KNX-Multisensor besteht aus einem Passiv-Infrarot-Präsenzmelder mit quadratischem Erfassungsbereich und einem Raumluftsensor, der die CO2-Konzentration, die relative Feuchtigkeit, die Temperatur und den Luftdruck erfasst. Der ringförmige Sensor dient zugleich als Sockel, auf dem der Präsenzmelder montiert wird. Dies ist sogar nachträglich möglich. In der Kombination bilden die Sensoren zwei Busteilnehmer, benötigen aber nur einen KNX-Anschluss – eine Lösung, die auch F. Schillinger gefällt: „Als Architekt möchte ich am liebsten eine ruhige Decke ganz ohne Melder“, weist er auf die ästhetischen Aspekte hin. „Mit so einem multifunktionalen Sensor können wir den Raum schöner gestalten. Da verbauen wir uns nicht die ganze Decke.“

Diesen gestalterischen Anforderungen kommen die Sensoren von Theben auch an anderer Stelle entgegen: In den Fluren sind die Präsenzmelder „thePassa“ installiert. Das Design gleicht dem „thePrema“, aber der Erfassungsbereich beträgt 5 m × 30 m. Damit kann man einen langen Flur mit nur einem Melder erfassen. Das bedeutet weniger Auslässe, geringerer Installationsaufwand und ein ruhiges Deckenbild. Präsenzmelder und Sensoren für Luftfeuchtigkeit in den Sanitärbereichen ergänzen die Anlage.

Technik jederzeit übersteuerbar

F. Schillinger legte größten Wert darauf, dass die Technik so weit wie möglich automatisch arbeitet, die Anwender aber nicht bevormundet. So lassen sich Beleuchtung und Beschattung unabhängig von der Automatik jederzeit manuell regeln, wenn etwa der Raum für eine Filmvorführung dunkel bleiben muss oder die volle Morgensonne in das Zimmer scheinen soll. Mit der Sensorik von Theben ließ sich auch dies ohne Einschränkungen umsetzen, wie L. Hoch berichtet: „Wir hatten anfangs etwas Probleme mit dem manuellen Übersteuern. Dazu wollten wir den Sensor sperren. Aber wann und wie soll er wieder entsperrt werden? Wir haben Theben angesprochen und bekamen schnell eine Lösung: Der „thePrema“ lässt sich so parametrieren, dass man ihn ganz einfach direkt übersteuern kann. Er erkennt den manuellen Befehl und sendet dann keine Steuerbefehle mehr, solange er Präsenz erfasst. Jedes Präsenzsignal startet eine einstellbare Nachlaufzeit. Wir haben sie auf 20 min gesetzt. Erst wenn diese abgelaufen ist, geht der Melder zurück auf Automatik.“

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