Differenzstrom- und Power-Quality- Messung im Rechenzentrum

Differenzstrom- und Power-Quality-Messung im Rechenzentrum. (Quelle: Ritter Technologie)

Rechenzentren in Deutschland spielen eine zentrale Rolle bei der sicheren Verarbeitung sensibler Daten von Kritis-Unternehmen. Sie unterliegen strengen gesetzlichen Vorgaben und gewährleisten hohe Standards bei Datenschutz, Ausfallsicherheit und IT-Sicherheit. Damit tragen sie wesentlich zur Stabilität und Souveränität der digitalen Infrastruktur in sicherheitsrelevanten Bereichen wie Energie, bei.

„Um eine hohe Stabilität zu gewährleisten, müssen die vier Rechenzentrumsbereiche zu 100 % gesichert funktionieren“, stellt Ralf Taegener, Geschäftsführer der Ritter Technologie GmbH, heraus. Das Rechenzentrum der Ritter Technologie hat eine Gesamtkapazität von 31 844 HE. Die Rechenzentrumsfläche beherbergt mehrere Serverraumgruppen und ist in verschiedene Brandabschnitte unterteilt. „Es sind noch Erweiterungsoptionen vorhanden, um zu expandieren“, betont R. Taegener.

Das Zentrum ist mit seiner Übergabestation an den 10-kV-Ring des Energieversorgers redundant eingebunden. In dem betriebseigenen Ring befinden sich drei 10-kV-Stationen, davon eine mit Doppeltransformator. Neben den Rechenzentrumsaktivitäten bietet das Unternehmen noch viele weitere ergänzenden Services an. Dazu gehören auch die Erstellung von IT-Konzepten, Erstellung von Software zur Systemüberwachungen und die Unterstützung von Kritis-Betrieben bei der Einhaltung der NIS-2-Vorgaben.

Sicherstellung der Betriebsbereitschaft auf allen Ebenen

Das Rechenzentrum von Ritter Technologie ist nach ISO/ IEC 27001:2022 zertifiziert und erfüllt die Anforderungen des Tier-III-Standards. Die physikalische Infrastruktur basiert auf einem hochsicheren Gebäudekonzept: Unterteilt in verschiedene Brandabschnitte, ausgestattet mit redundanten Klimageräten und einer USV-Versorgung im n+1-Modus, die auf zwei 80-kVA-USV mit 200 Batterien basiert. Darüber hinaus gibt es eine 600-kVA-Notstromversorgung, falls der Stromausfall mal länger andauert. „Der Strom muss fließen“, unterstreicht der Geschäftsführer. „Gerade die Energieversorgung benötigt heute deutlich mehr Aufmerksamkeit, als in den vergangenen Jahren. Nicht zuletzt die Ereignisse vom April 2025 in Spanien haben gezeigt, dass Strom nicht wie selbstverständlich aus der Steckdose kommt.“ Besonderes Augenmerk legt das Unternehmen daher auf umfassende Redundanz zum einen in der Stromversorgung und zum anderen in der Klimatisierung und der Datenanbindung.

Für die Serverräume sind unabhängige Kühlsysteme unterschiedlicher Hersteller vorgesehen. Die Kühlleistungen erreichen mindestens 1 850 W/m3. Alle Rechenzentrumsräume wurden als eigener Brandabschnitt realisiert. Der Verlust eines Raums führt nicht zum Ausfall der Services. „Auch die physische Zutrittssicherheit muss jederzeit gewährleistet sein“, weiß R. Taegener.

Unterstützt wird alles durch ein modernes „Smart Building“-Gebäudemanagementsystem mit Remote-Zugriff. „Die relevanten Parameter des Gebäudemanagementsystems werden hoch effizient und automatisiert überwacht“, fügt R. Taegener an. „Zum Beispiel sind die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit in den Serverräumen strikt innerhalb der vereinbarten Grenzwerte zu halten.“ Alarme werden per E-Mail und SMS an die Verantwortlichen geleitet. „Stabile Internetverbindungen mit adäquater Bandbreite sind ebenso eine essenzielle Voraussetzung“, fährt er fort. Für die Datenanbindung stehen daher gleich vier knoten- und kantendisjunkte Glasfaser- und zwei getrennte Kupferzuführungen zur Verfügung.

 

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