Einbau und Umsetzung
Der Weg zum HEMS beginnt meist mit einer Energieberatung oder im Rahmen einer größeren Modernisierung. Ob Neubau oder Bestandsimmobilie: Der Einbau ist grundsätzlich in beiden Fällen möglich. Voraussetzung ist in der Regel ein digitaler Stromzähler mit geeigneter Schnittstelle oder ein zertifizierters Smart Meter. Zudem sollten die zu steuernden Geräte kompatibel sein – die Hersteller haben für diesen Fall detaillierte Listen geeigneter Geräte erstellt.
Für den physischen Einbau stehen flexible Optionen zur Verfügung. Das Steuergerät kann zum Beispiel im Schaltschrank installiert werden. Dafür sind Geräte wie der Energy Manager von Theben mit nur vier Teilungseinheiten geeignet. Zunehmend werden HEMS auch als Bestandteil integrierter Energiepakete durch Anbieter von PVAnlagen, Batteriespeichern oder Wärmepumpen mitgeliefert. Der Einbau selbst kann von qualifizierten Elektroinstallateuren, Systempartnern der Hersteller oder Fachfirmen aus dem Bereich Gebäudetechnik übernommen werden. Entscheidend ist dabei nicht nur das technische Verständnis, sondern auch die Fähigkeit, die Bedürfnisse des Nutzers in geeignete Steuerungsstrategien zu übersetzen.
Ein Beispiel aus der Praxis
Ein konkretes Beispiel für ein solches System stellt der Energy Manager des Herstellers Theben dar. Es handelt sich um ein lokal verbautes, nicht cloudbasiertes System, das durch kurze Reaktionszeiten im Millisekundenbereich eine präzise Steuerung ermöglicht. Eine Stärke des Theben-Energy-Managers ist die gleichzeitige Steuerung von bis zu 20 Geräten, darunter PV-Wechselrichter, Speicher, Wallboxen oder Wärmepumpen. Die Kommunikation erfolgt über gängige Protokolle wie Modbus oder Ethernet, sodass eine breite Kompatibilität gegeben ist.
Ein Vorteil dieses Systems ist die vollständige Steuerbarkeit aller Geräte auf der Kompatibilitätsliste, um die größte Effizienz der angeschlossenen Erzeuger und Verbraucher zu erreichen. Es werden also nicht nur Messwerte ausgelesen und angezeigt, sondern aktiv gesteuert. Die Einbindung in die Infrastruktur zur Umsetzung des §14a EnWG ist vorgesehen, was eine netzdienliche Steuerung ermöglicht. Zudem ist das System durch Softwareupdates über die Internetverbindung auf langfristige Nutzung ausgelegt. Die Partnerschaft mit der Wendeware AG, einer Ausgründung des Fraunhofer ITWM, fördert die kontinuierliche Weiterentwicklung und Innovation, auch bei der Integration weiterer Anbieter und Komponenten.
Langfristig wirtschaftlich
Auch aus wirtschaftlicher Sicht ist die Anschaffung eines HEMS lohnenswert: Mithilfe intelligenter Lastverteilung lassen sich Verbrauchsspitzen reduzieren, der Eigenverbrauch erhöhen und Zeiten mit niedrigen Stromtarifen gezielt nutzen. Modellrechnungen belegen, dass sich ein solches System – abhängig vom individuellen Verbrauchsverhalten und den umgesetzten Anwendungsfällen – bereits innerhalb eines Jahres amortisieren kann. Bei geringerer Nutzung der Einsparpotenziale kann sich dieser Zeitraum auf etwa drei Jahre verlängern. Weitere Kostenvorteile entstehen durch vermiedene Netzentgelte, optimiertes Einspeisemanagement und sogar die Nutzung negativer Strombörsenpreise. Hinzu kommen verschiedene staatliche Förderprogramme, die den Einstieg in ein HEMS finanziell erleichtern. Vor allem im Rahmen energetischer Sanierungen oder in Verbindung mit Smart-Meter-Infrastrukturen kann die Förderung mehrere hundert Euro betragen. Auch Angebote von Ländern oder der KfW zur Digitalisierung und Energieeffizienz stehen zur Verfügung.
Förderungen im Blick
Je nach Bundesland und Einbaukontext können HEMS förderfähig sein – etwa im Rahmen von:
- BAFA-Förderung für Heizungsoptimierung,
- KfW-Programmen zur digitalen Gebäudetechnik oder
- Landeszuschüssen für Smart Meter und Energiemanagement.
Die Förderbedingungen sollten regelmäßig überprüft werden, da sich die Programme ändern können.
Mit der weiteren Digitalisierung der Energiewirtschaft gewinnen HEMS zunehmend an Bedeutung. Neben neuen Funktionen, wie marktpreisbasierter Steuerung oder sektorübergreifender Optimierung (Strom, Wärme, Mobilität), wird auch die Rolle innerhalb von Quartierslösungen wichtiger. Systeme wie das HEMS von Theben zeigen bereits heute, wie technologische Offenheit, Steuerungstiefe und rechtliche Anschlussfähigkeit zu einem zukunftssicheren Werkzeug im modernen Energiemanagement verschmelzen können.

