Energiemonitoring als Schlüssel zum nachhaltigen Centermanagement (Quelle: ECE Marketplaces)
Mit durchschnittlich 300 kWh/m2 pro Jahr und massiven Kosten für Klimatisierung, Beleuchtung und Lüftung gehören Shoppingcenter zu den energieintensivsten Gewerbeimmobilien. Der hohe Verbrauch ist baulich bedingt, da ihre Größe, offene Raumkonzepte, große Glasfassaden, viele Eingänge und hohe Besucherzahlen die Klimatisierung erschweren. Um den enormen Energieeinsatz zu reduzieren, bieten sich gezielte Maßnahmen zum Energiemanagement an, wie digitale Verbrauchserfassung, Einsatz von Gebäudeautomation und smarte Optimierung.
Daraus resultieren nicht nur erhebliche Einsparpotenziale, sondern auch Wettbewerbsvorteile und automatisierte Compliance. Liegen Verbrauchsdaten kontinuierlich, adäquat und detailliert vor, können Ineffizienzen durch nicht angepasste Erzeugerfahrpläne, falsch eingestellte Hydraulik-Systeme oder nicht bedarfsgerecht eingestellte Lüftungsgeräte aufgedeckt werden. Um die TGA eines Einkaufscenters systematisch zu optimieren, liefert das von Kieback&Peter konzipierte Messkonzept die notwendige Transparenz und Grundlage.
Schärfere regulatorische Anforderungen
Die regulatorischen Anforderungen erhöhen den Handlungsdruck zusätzlich. Der vom Bundeskabinett beschlossene Gesetzentwurf des Gebäudemodernisierungsgesetzes (GModG) weist einen Trend, insbesondere bei Nichtwohngebäuden in Richtung CO2- und Betriebsdaten-Orientierung, Bewertung der tatsächlichen Performance sowie hin zur gesetzlichen Forderung von smartem Gebäudemanagement und ESG-/EU-EPBD-kompatiblen Nachweisen. Auch die CSRD (Corporate Sustainability Reporting Directive) hat eine erhebliche Ausweitung der ESG-Berichtspflicht eingeleitet, während die EU-Taxonomie klare Kriterien dafür definiert, wann Immobilien als nachhaltig gelten. So ist für die Immobilienwirtschaft die EU-Taxonomie der Maßstab, um Neubau, Sanierung, Betrieb und Eigentum an Gebäuden anhand klarer technischer Kriterien als ökologisch nachhaltig einzuordnen. Das wirkt sich auf Finanzierung, Bewertung, Entwicklung und Reporting aus, zudem die EU-Taxonomie regelmäßig nachgeschärft wird.
Nachhaltigkeitsziele der ECE
Als Betreiberin von rund 140 Shoppingcentern muss die ECE Marketplaces GmbH & Co. KG (ECE) auf die wachsenden Herausforderungen reagieren. Von der Steigerung der Aufenthalts- und Raumluftqualität über die Verbesserung der Energieeffizienz bis zur Förderung nachhaltiger Mobilität: Soziale und ökologische Nachhaltigkeitsaspekte sind für ECE besonders wichtig. ECE plant, die CO2-Emissionen im Shopping-Center-Bereich bis 2030 gegenüber 2019 um 40 % zu reduzieren. 2025 führte die Nachhaltigkeitsstrategie bereits zu 3200 Tonnen CO2-Einsparungen durch Energieeffizienzmaßnahmen.
Maßgeschneidertes Emissions- und Energiemonitoring
Ein wichtiger Punkt in der Nachhaltigkeitsstrategie ist die Einführung eines zentralisierten Energie- und Emissionsmonitorings. So reagiert ECE im Auftrag der Immobilieneigentümer auf steigende Energiepreise und regulatorische Verschärfungen. Gemeinsam mit dem Smart Building Solutioneer Kieback&Peter hat ECE bereits bei einigen Einkaufscentern das neue individuell zugeschnittene Messkonzept installiert und damit die zentralen Steuerungsgrößen Energieeffizienz, Transparenz und zuverlässiges Monitoring im Griff.
Ein standortspezifisches, speziell erstelltes Messkonzept dient als Basis, um alle Medienverbräuche über MID-konforme Zähler zu erfassen. Von der Konzeption über die Messtechnik und Installation bis hin zur Inbetriebnahme und Cloudanwendung stammen dabei alle Leistungen aus einer Hand. Das reduziert Schnittstellen und simplifiziert die Projektsteuerung, was wiederum Projektrisiken minimiert und einen verlässlichen Roll-out bewirkt.
Das Team von Kieback&Peter installierte neue Zähler bzw. bei Bedarf erneuerte es bestehende Messstellen. Bereits digitalisierte Messstellen werden über vorhandene Systeme integriert. Die Messstellen erfassen mindestens vier Messwerte pro Stunde. Die digitale Zusammenführung aller Messtellen in einer Monitoring-Box ist dabei elementar. Über eine sichere Verbindung zur cloudbasierten Plattform Qanteon werden die Verbrauchsdaten in Echtzeit übertragen, wo sie gespeichert, analysiert und visualisiert werden.