Die Projektentwicklung im Fokus

Abbildung von Mobiletron. Im ESS-Container von Mobiletron

Im ESS-Container von Mobiletron. (Quelle: SONNEWIND&WÄRME-Redaktion)

Zu den taiwanesischen Solarunternehmen mit ganz eigener Geschäftsidee gehört Sinogreenergy. Das Unternehmen hat derzeit 52 Mitarbeiter und optimiert die Solarressourcen in Taiwan zum Nutzen aller Interessenvertreter. „Die Idee für unsere Plattform entstand in 2012“, betont Slash Chiu, General Manager Sales bei dem Unternehmen. „Ziel ist es, ein neues Geschäftsmodell zu etablieren. Unsere Plattform ermöglicht Nutzen für alle Beteiligten.“

Schwerpunkt des Unternehmens ist die Projektentwicklung. Er spricht von insgesamt 608 Projekten mit PV-Dach­installationen in Taiwan. „Die Gestell-Montage ist ebenfalls stark entwickelt“, fügt er an. Als Beispiel nennt er das Projekt Changhua, bei dem ein Wassergebiet zur Gewinnung von Land für Industrieansiedlungen mit Erde aufgefüllt wurde. Als sich herausstellte, dass die ökonomische Entwicklung nicht den Prognosen entsprach, wurde das Land zur Gewinnung von Sonnenenergie freigegeben. „Das Projekt mit 170 MW installierter Leistung war sehr komplex“, setzt S. Chiu fort. „Unter anderem musste der starke Schiffsverkehr beim Bau berücksichtigt werden.“ Für das geleistete Consulting sind etwa 5 % der Gesamtkosten der Solarprojekte fällig.

Sinogreenergy beschäftigt sich auch mit der Energie­ertragsverbesserung: Dafür wurde das Tool O&M Optmization by AI Practice neu entwickelt, das eine In-situ-Analyse alle 5 min ermöglicht. Das Tool nutzt Künstliche Intelligenz und wurde bereits erfolgreich angewendet. Die Effizienz von PV-Anlagen wird damit erhöht. Fehler werden sofort gefunden und eine Fehlerdiagnose realisiert. Über ein IoT- Device erhält der Nutzer entsprechende Informationen. Erste Kontakte ins Ausland – Beispiel Japan – wurden bereits geknüpft. Der Preis für das Tool wird im Oktober 2019 auf der Messe Energy Taiwan bekannt gegeben.

Die vereinigten Erneuerbaren

Das Unternehmen URE (United Renewable Energy Co., Ltd.) ist ein Zusammenschluss der Unternehmen Gintech, Solartech, NSP und NDF, der im Oktober 2018 vollzogen wurde. Auch die taiwanesische Regierung ist investiert. Laut Andy Shen, President der BU Module BU and Overseas, ist das Unternehmen nun mit etwa 3.000 Mitarbeitern „die größte Solar Company“ in Taiwan. Die Kapazitäten liegen bei jährlich 2,5 MW für Solarsystemprojekte und jährlich 850 MW für Module. Kumuliert kann das Unternehmen heute auf 723 MW für Solarsystemprojekte verweisen – neben Taiwan auch in den USA und in UK. In den USA sind z. B. Solarprojekte auf den Dächern von Walmart und Amazon-Lager zu nennen. Zukünftig wird man auch in Dubai und in der Dominikanischen Republik aktiv. URE verfügt über eine globale Zulieferkette: Solarmodule kommen aus Taiwan, China, Vietnam und Thailand, Solarzellen aus Taiwan und Vietnam. „Unser Ziel ist es auch, der taiwanesischen Regierung zu helfen, das Ziel von 25 GW zu erreichen“, unterstreicht A. Shen.

Konsequent setzt das Unternehmen auf neue Technolo­gien, z. B. Bi-Facial-(G2G-) und N-Type-Module. „Es geht darum, die Effizienz der Solarmodule erhöhen“, so A. Shen. „Bi-Facial-Module werden vor allem in den USA nachgefragt.“ Diese haben Solarzellen auf beiden Modulseiten. „Die Nachfrage nach Bi-Facial-Modulen steigt“, ist der CEO überzeugt. Ein beidseitiges N-Type-Modul erreicht mit 380 W bis zu 20 % mehr Leistung je Modul.

URE stellt Energiespeichersysteme für industrielle, Wohnhaus- und portable Anwendungen her, die Lithium-Ionen-Batterien, Batterie-Managementsysteme, die Systemintegration und das Netz-Interfacemodul kombinieren. Auf der Messe Energy Taiwan stellt URE ein neues Energie­speichersystem vor, das vor allem für Wohnhausanwendungen in den USA und in Europa vorgesehen ist.

Fazit

Summa summarum kann sich eine Reise zur Messe Energy Taiwan lohnen, wenn man nach speziellen technolo­gischen Neuheiten Ausschau halten möchte. Von Frankfurt/M. aus starten Direktflüge nach Taipeh. Die Bewohner sind freundlich und hilfsbereit, dabei aber überhaupt nicht aufdringlich. Der Standard im Land ist hoch und mindestens auf durchschnittlichem europäischen Niveau. Mobilfunk und WLAN funktionieren bestens – im Vergleich zu Deutschland. Hotelpreise und Essen, eine Mischung aus taiwanesischer, chinesischer, japanischer und internationaler Küche, sind aus deutscher Sicht gut und günstig. „YÄ«lùshùnlì“ bedeutet „Gute Reise“.

SONNEWIND&WÄRME-Redaktion
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