Auch mit einer Wärmepumpe einsetzbar?

Energieverbrauch 4-Personen-Haushalt

Bild 1: Energieverbrauch 4-Personen-Haushalt über die vier Sektoren verteilt. (Quelle: my-PV)

Abbildung von Heizsystemen

Bild 2: Bestehende fossil betriebene Heizsysteme (etwa Gas- oder Ölheizung) lassen sich ostengünstig mit einem Heizstab erweitern (Quelle: my-PV)

Dynamischer Stromtarif über eineinhalb Jahre analysiert

Bild 3: Dynamischer Stromtarif über eineinhalb Jahre analysiert. (Quelle: my-PV)

Abbildung von Berechnung auf der Website von my-PV

Bild 4: Beispielhafte Berechnung auf der Website von my-PV für einen 4-Personen-Haushalt
und das Einsparungspotenzial im Vergleich zu einem Stromtarif ohne stündliche Preisanpassung. (Quelle: my-PV)

Selbst in Gebäuden mit einer effizienten Wärmepumpe (mit einem COP von 3 bis 5) macht der Einsatz eines Heizstabes Sinn. Bei Phasen mit negativen Bezugspreisen macht die „Multiplikation“ des Strombezugs mittels Wärmepumpen aus zwei Gründen ökonomisch keinen Sinn. Der erste Grund ist naheliegend: Durch die Wärmepumpe wird der Bezug vermindert und damit weniger „negativer Preis“ genutzt. Der zweite Grund ist aus unserer Sicht auch nicht zu vernachlässigen: Die Lebensdauer der Wärmepumpe ist maßgeblich durch die Anzahl der Starts und die Laufzeit bedingt. Ein Einsatz von Heizstäben kann beides deutlich reduzieren und damit die Lebensdauer der Wärmepumpe erhöhen.

Mögliche Umsetzung mit dynamischen Stromtarifen und Heizstäben

Der österreichische Hersteller von Lösungen für die Wärmegewinnung aus Photovoltaikstrom, also sogenannter solarelektrischer Wärmebereitung, bietet seit kurzem ein neues System an, genannt my-PV DTO (Dynamic Tariff Optimizer). Dieses Feature steuert Heizstäbe an, beispielsweise den HEA•THOR IoT, der zu den günstigsten Stunden des Tages angeschaltet wird und die Wärmebereitung erledigt. Der Heizstab wird in der firmeneigenen Cloudsteuerung automatisch aktiviert und optimiert so täglich anhand günstiger Stromtarife die Wärmebereitung. Dabei werden Echtzeit-Strompreise – beispielsweise von Anbietern wie Tibber oder aWATTar – verarbeitet. Der Heizstab wird dann optimal gesteuert, um Warmwasser zu den kostengünstigsten Zeitpunkten zu erzeugen. Der my-PV DTO enthält die Börsenmarktpreise aus mittlerweile 22 europäischen Ländern.

Wie in Bild 3 ersichtlich, zeigt sich ein enormes Sparpotenzial allein schon aufgrund des Kurvenverlaufs bzw. des Unterschieds zwischen den Verlaufslinien. Die orange-punktierte Linie gibt den Mittelwert für den geläufig als Arbeitspreis bezeichneten Nettopreis für Beschaffung und Vertrieb an – dieser liegt laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) im Jahr 2025 bei 16,04 ct. Die graue Linie zeigt den Monatsmittelwert an, wenn ein Heizstab immer zu den drei teuersten Tagesstunden eingeschaltet würde. Die blaue Linie gibt den Mittelwert über alle Tagesstunden des jeweiligen Monats an. Und die grüne Linie zeigt das Einsparungspotenzial für elektrische Wärmebereitung an – nämlich den Betrieb des Heizstabs zu den jeweils günstigen drei Tagesstunden pro Monat. Wie weit die Werte auseinander liegen, offenbart das Optimierungspotenzial.

Wirtschaftliche Bewertung und Einsparpotenzial

Realistische Berechnungen zeigen, dass der Einsatz intelligenter Heizstab-Steuerungen in Verbindung mit dynamischen Tarifen jährliche Einsparungen erreichen werden–bei einer Auswertung des Jahres 2024 liegen die Preise von dynamischen Stromtarifen (Hinweis: Netto-Arbeitspreise!) weit unter den fixen Stromtarifen – siehe Bild 4.

Dabei spielen die individuelle Dimensionierung der Anlage (etwa des Warmwasser- oder Pufferspeichers), der regionale Tarifverlauf sowie das Nutzungsverhalten eine entscheidende Rolle.

Ein weiterer Gedanke, der hier aber nicht mehr in der Tiefe diskutiert wird: Wenn eine Photovoltaikanlage im System dazu kommt, kann durch eine Eigenverbrauchserhöhung, die durch das neue Solarspitzengesetz in Deutschland ohnehin Sinn macht, auch das Warmwasser mit eigentlich überschüssigem Solarstrom erwärmt werden. Das heißt, dass überschüssiger Photovoltaikstrom, der nicht vom Haushalt selbst verbraucht wird, über einen elektrischen Heizstab in den Warmwasser- oder Pufferspeicher geladen wird. Die Wärmebereitung wird also hier auch mit Strom erledigt, allerdings zu einem Großteil – je nach Anlagenauslegung und Bedarf im Haushalt – mit eigenem Photovoltaikstrom.

Wird in dieses System mit Photovoltaikanlage noch die Nutzung von dynamischen Stromtarifen und damit die Optimierung über den my-PV DTO ergänzt, sind noch weitere Einsparungen möglich. Die Wärmebereitung von Frühjahr bis Herbst funktioniert so mit Sonnenenergie, die fehlende Restenergie für den Winter und die Übergangszeit an Tagen mit zu geringem Solarertrag lässt sich preisoptimiert über das öffentliche Netz beziehen. So spart sich der Kunde noch mehr Geld und trägt weiter zu einer Entlastung des öffentlichen Stromnetzes bei.

Fazit und Perspektiven für die Zukunft

Die Nutzung von Heizstäben in Verbindung mit dynamischen Stromtarifen bietet erhebliches Potenzial zur Kostenreduktion, zur Erhöhung der Systemeffizienz und zur Stabilisierung der öffentlichen Stromnetze. Mit der Weiterentwicklung intelligenter Steuerungstechnologien und einer wachsenden Verfügbarkeit dynamischer Tarife wird diese Lösung künftig weiter an Bedeutung gewinnen – mit diversen Vorteilen auf der Seite der Privatkunden.

Tobias Fuchslechner leitet den Bereich Marketing & PR bei der my-PV GmbH in Neuzeug (Oberösterreich).
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