Controlling sowie visuelle Darstellung der Gebäudeinfrastruktur
Möglich wird dies durch die offene IoT-Plattform Emalytics von Phoenix Contact. Das Framework normalisiert alle Daten und schafft so Unabhängigkeit von den verschiedenen in der Gebäudeautomation eingesetzten Protokollen. Daten werden in Informationsobjekte umgewandelt und stehen dem Managementsystem somit jederzeit und überall zur Verfügung. Emalytics erlaubt folglich das Controlling sowie die visuelle Darstellung der Gebäudeinfrastruktur. Das Tool vereint die Funktionen für die Integration, Visualisierung und Analyse sowie das Engineering und Reporting in einer intelligenten Plattform. Durch die Verwendung von klassischer sowie IoT-basierter Kommunikation lassen sich sämtliche Anwendungen und Gewerke der technischen Gebäudeausrüstung in die Automation einbinden – sei es von Bestandsanlagen oder Neubauten.
Das IoT-basierte Managementsystem setzt sich aus den drei Elementen Automation, View und Products zusammen. Emalytics Automation dient der Integration und dem Engineering aller Daten, Prozesse und Anwendungen des Gebäudes. Die Visualisierung, Bedienung und Auswertung sowie das Reporting werden mit Emalytics View umgesetzt. Das Kernelement des Gebäudemanagementsystems bildet der Building-IoT-Controller ILC 2050 BI. Er fungiert als Bindeglied zwischen den gängigen Busprotokollen der Feldebene und der offenen IoT-Welt. Im Neubau von Vrielmann wird komplett auf IP-Kommunikation gesetzt, um für zukünftige Anforderungen gerüstet zu sein. Protokolle wie Dali und „KNXnet IP“ ermöglichen die einfache Einbindung intelligenter Feldgeräte in das überlagerte System. Selbstverständlich sind die IT-Security-Richtlinien ein integraler Bestandteil des gesamten IoT-Konzepts. Zur Absicherung der Daten vor unbefugten Zugriffen wird beispielsweise die TSL-Verschlüsselung 1.2 genutzt, während der ILC 2050 BI das Gebäudenetzwerk segmentiert.
Schutz vor Überspannungen
Das neue Vrielmann-Gebäude ist zudem vor Überspannungen geschützt. Dazu kommt unter anderem Impulse Check als intelligentes Assistenzsystem für Überspannungen im Netzschutzbereich zum Einsatz. Mit dem Gerät ist der State-of-Health, also der aktuelle Zustand des Überspannungsschutzes, jederzeit online abrufbar. Neben der Überwachung der Überspannungsschutzgeräte bietet Impulse Check eine einfache und umfassende Analyse der Anlagen-EMV. Mögliche Störgrößen werden erkannt, bevor ein Ausfall auftritt. Dadurch sind Service- und Wartungseinsätze besser planbar.
Abschließend stellt K. ten Winkel fest: „Das Managementsystem, das aufgrund seiner smarten Oberfläche einfach und flexibel zu programmieren ist, zieht sich wie ein Backbone durch sämtliche Ebenen des Gebäudes – vom Büro- bis in den Fertigungs- und Lagerbereich.“ Insgesamt sind rund 30 km Netzwerkleitungen verlegt worden. Der Ansatz erweist sich als vorteilhaft, denn mit einer konventionellen Verkabelung wären drei- bis viermal so viele Leitungen sowie deutlich größere Schaltschränke benötigt worden. Ein entscheidendes Element ist darüber hinaus die Flexibilität der kompletten Gebäudesteuerung. Medientechnik, Klima- und Heizungsregelung, Lichtsteuerung, Energiemanagement, Lüftung und selbst die sanitären Anlagen sind in das Gebäudemanagement integriert. Leistungen und Verbräuche werden erfasst und bedarfsgerecht gesteuert. Neben dem Gebäude von Phoenix Contact in Bad Pyrmont gibt es jetzt etwa 200 km entfernt ein ebenso digitales Bauwerk in Nordhorn.

