Signal mit Repeatern verstärken

Grafik zum Thema TP-RF-Medienkoppler

Ist der TP-RF-Medienkoppler schlecht platziert, erreicht er einen Teil der Empfänger nicht. (Quelle: Theben AG)

Grafik zum Thema Repeater-Funktion

Die Repeater-Funktion macht auch weiter entfernte Empfänger erreichbar. (Quelle: Theben AG)

Sind zwei Geräte viel zu weit voneinander entfernt positioniert, um direkte Kommunikation zu führen, gibt es einen Ausweg: Gegebenenfalls kann jedes beliebige Gerät auch als Repeater verwendet werden. Diese Repeater-Funktion kann in der ETS in den Eigenschaften des Geräts unter Einstellungen aktiviert werden. Das Einrichten der Repeater erfordert manchmal ein wenig Ausprobieren, doch die Erfahrung hilft bei der richtigen Einschätzung, da die Erreichbarkeit untereinander von so vielen Faktoren im Gebäude abhängt. So spielen die Lage zueinander und der Winkel, in dem die Funksignale durch die Wand gehen, eine wichtige Rolle: rechtwinkliger Durchgang bedeutet den kürzesten Weg und somit auch den geringsten Signalverlust. Flache diagonale Winkel verlängern den Weg durch das Hindernis und schlucken auf diesem längeren Weg einen Teil des Signals.

In den meisten Fällen hilft hier nur eines: die Gegebenheiten vor Ort ansehen und einzeln austesten, für welche Verbindungen Repeater notwendig sind. Auf keinen Fall jedoch sollte man alle Aktoren zu Repeatern machen, um ein besonders starkes Netzwerk zu bauen. Mit diesem Vorgehen erreicht man genau das Gegenteil, da sich zu viel Funkverkehr untereinander stört. Erfahrungsgemäß ist im Großteil der Installationen kein Repeater erforderlich.

RF-System nicht zu groß planen

Bei der Planung eines RF-Systems sind der Funktionalität des Netzes gewisse Grenzen gesetzt. Die ETS gibt zwar kein spezielles Limit vor, aber Funk ist typischerweise zur Nachrüstung konzipiert. Im EFH-Bereich kommt in diesem Fall das RF-basierte System Luxor Living zum Einsatz, zum Beispiel, um im Wohn-Ess-Bereich die Rollläden anzusteuern. In Gewerbeimmobilien kann ein Einsatzfall beispielsweise eine Nutzungsänderung in einem Büro sein. Wird ein Einzelbüro zum Besprechungsraum, braucht der Raum eine Aufrüstung der technischen Ausstattung: plötzlich braucht man dimmbare Wandlampen, andere Lichtszenarien, elektrische Antriebe oder Raumklimatisierung.

All das ist mit einem RF-basierten KNX-System schnell realisierbar. An ihre Grenzen kommen RF-Systeme jedoch, wenn es um die Nachrüstung großer Gebäude komplett auf Funkbasis geht, zum Beispiel in einem Zweckbau mit hunderten potenziellen Geräten. In dieser Größenordnung sollte, wo immer möglich, auf drahtgebundene Kommunikation gesetzt werden. Ein funkbasiertes System spielt seine Stärken in der Nachrüstung und Ergänzung aus.

Vermeidung von Telegrammkollisionen

Könnte es nun rein theoretisch sein, dass zwei Funktelegramme zur exakt selben Zeit gesendet werden und sich gegenseitig stören? Nein, denn selbst für diesen unwahrscheinlichen Fall der Kollision ist vorgesorgt: Die Bauteile agieren nach dem LBT-Modus (listen before talk). Bevor sie auslösen, „lauschen“ sie in den Raum, ob gerade Funkverkehr unterwegs ist und verzögern das Signal entsprechend, wenn der Kanal belegt ist. Da es sich um Millisekunden handelt, bekommt der Nutzer davon nichts mit.

Werden mehrere Aktoren gleichzeitig angesteuert, zum Beispiel wenn alle Jalousien gleichzeitig runtergehen sollen, wird dies über die Gruppenkommunikation ausgelöst. Dahinter verbirgt sich eine Adresse, die festlegt, welche Geräte sich untereinander unterhalten sollen. Geht ein Signal an diese Adresse, gibt sie es an alle gelisteten Adressaten weiter und die Aktoren lösen aus. Diese Konfiguration werden in der ETS programmiert.

Medienkoppler als Brücke

Um an ein bestehendes kabelgebundenes Netzwerk per Funk anzudocken, kommt ein Medienkoppler zum Einsatz, der sowohl mit dem Draht als auch per Funk kommunizieren kann und entsprechende Telegramme vom einen in das andere System weiterleitet. Die Wahl der Platzierung des Medienkopplers ist entscheidend für die Funktionsfähigkeit des Systems und die Erreichbarkeit der Aktoren. Es ist deshalb zwingend nötig, die räumliche Anordnung der Geräte zu kennen. Auch der Medienkoppler kann bei Bedarf als Retransmitter parametriert werden. Dies kann sinnvoll sein, wenn der Medienkoppler zentral platziert ist und RF-Geräte Telegramme von anderen Geräten, die auf der gegenüberliegenden Seite des Medienkopplers platziert sind, empfangen müssen.

Planungstipps

Folgende Punkte müssen bei der Planung von KNX-RF-Anlagen bezüglich der Montageorte beachtet werden:

  • Bei ortsfesten Installationen alle RF-Geräte gleich ausrichten, identische Polarisation der Antenne.
  • Bauliche Gegebenheiten bezüglich Abschattung, Reflexionen, Dämpfung, Absorption, Brechung und Streuung beachten.
  • Möglichst weite Abstände zu größeren Metallflächen halten z. B. Türen, Zargen, Verteilerschränken und Aluminium-Rollläden.
  • Wände und Decken auf möglichst kurzem Weg durchdringen (Luftlinie).
  • Möglichst große Abstände zu folgenden Geräten halten: Transformatoren, EVG, Mikrowellen, Motoren, schnurlose Telefone und WLAN-Geräte.
  • RF-Geräte möglichst nicht in Bodennähe installieren.
  • RF-Geräte nicht in metallische Gehäuse, zum Beispiel Schaltschränke, einbauen.

Fazit

KNX-Funk ist eine gute Möglichkeit für die investitionssichere Nachrüstung – egal ob nativ mit der ETS, oder Luxor Living Smart Home. Ausführliche Informationen zu der Technologie und Planung finden Interessierte im KNX-RF-Systemhandbuch von Theben.

Tino Schlaich ist als Produktmanager für die Theben AG in Haigerloch tätig.
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