Risikoarme Softwareumstellung

Nur durch die Parametrierung erfolgte die Visualisierung des Gepäckfördersystems mit rund 1.000 Förderanlagen innerhalb von zwei Wochen (Quelle: Csuha Péter, HungaroControl Zrt / Copa-Data)
Im ersten Schritt wurden die Steuerungssysteme des AGLS umgestaltet. Dabei wurde die gesamte Steuerungselektronik erneuert, einschließlich der zwölf redundanten Steuerrechner (SPS) und der zugehörigen Peripherie. Dabei blieb lediglich die Leistungselektronik unverändert. Über dieser Systemebene mit rund 30.000 Datenpunkten wurde mit Zenon eine Leitsystemebene eingezogen. Diese weist auch ein Gateway zum Bodenradarsystem (Airfield Radar System, ARS) auf.
„Für die gesamte Umstellung des AGLS, die wir mit eigenen Kräften durchführten, hatten wir nur sechs Stunden Zeit“, erklärt G. Kulcsár. „Dank der Offenheit und einfachen Handhabbarkeit von Zenon machte uns das jedoch keine Mühe.“
Auch bei späteren Änderungen zahlte sich die Erfahrung mit Sicam-230 aus. „Vom Import der Datenpunktliste bis zur Inbetriebnahme des Systems vergehen nur 16 Minuten, die restliche Zeit steht für intensive Tests zur Verfügung“, berichtet der Steuerungsexperte und betont, dass besonders beim AGLS auch die Hot-Reload-Fähigkeit von Zenon einen wesentlichen Vorteil bringt: „Da wir Änderungen über die Simulation testen können, brauchen wir für das Implementieren von Änderungen nicht mehr als drei Sekunden.“
Da sämtliche Systemparameter vollständig aufgezeichnet werden, ist im Fall von Problemen eine Rückkehr zum Ausgangs zustand innerhalb von nur zwei Minuten möglich. Diese Voraussetzungen erlauben heute ein stressfreies jährliches Upgrade der Leitsysteme am Flughafen Budapest.
Flexibilität und Geschwindigkeit
Die Steuerungstechniker am Budapester Flughafen profitierten von der großen Flexibilität von Zenon. Native Treiber und Schnittstellen zu mehr als 400 Fremdsystemen und -komponenten machen die Integration von SPS, Antriebstechnik und Sensoren verschiedener Hersteller einfach.
Flexibel sind auch die Möglichkeiten zur Gestaltung der Projekte. Das Prinzip lautet „Parametrieren statt Programmieren“. Für die Erstellung von Bildern, Funktionen und deren Kombinationen stehen in Bibliotheken sogenannte Smart Objects zur Verfügung. Diese können an beliebiger Stelle wiederverwendet und durch Einstellung der Parameter für den jeweiligen Zweck angepasst werden. Dadurch ist es ausreichend, sie an einer zentralen Stelle zu speichern und zu warten. Änderungen müssen nur dort vorgenommen werden, da die Aktualisierung automatisch in allen betroffenen Unterprojekten erfolgt.
Durchgängiges Visualisierungskonzept
Diese Eigenschaften von Zenon beschleunigen die Arbeit im Engineering erheblich. Gleichzeitig werden notorische Fehlerquellen vermieden. Im Falle des Gepäckfördersystems hatten die Projektleiter die meiste Arbeit bei der Erstellung der Datenpunktliste, da die Angaben in der Dokumentation der Steuerungssysteme bereits überholt waren. „Die Erstellung der Visualisierung für das BHS mit rund 1.000 Förderanlagen konnten wir mittels Zenon in nur zwei Wochen erledigen“, berichtet G. Kulcsár. „Für die Konfiguration nutzten wir Zenon im Standard und mussten keine einzige Code-Zeile schreiben.“
Die Zukunft gestalten
Die auf Zenon basierenden Lösungen haben sich im täglichen Betrieb des Airports bewährt. Nicht nur die Stabilität ist auf ein früher nicht bekanntes Niveau gestiegen. Auch der Aufwand für Anpassungen und Veränderungen ist deutlich gesunken. Dazu kommt die wesentlich verbesserte Bedienungsfreundlichkeit durch vereinheitlichte Bildschirminhalte.
Ermutigt durch diese Verbesserungen, plant G. Kulcsár als Nächstes die Integration der Gebäudeautomation und der Stromversorgungseinrichtungen. „Ein wesentlicher Vorteil der neuen Softwareplattform ist, dass unser siebenköpfiges Team die gesamte Technik in der eigenen Hand hat“, sagt er. „So können wir die Betriebsbereitschaft leicht sicherstellen.“