Lasten ableiten und richtig planen

Die Fassadenelemente können neben der Stromerzeugung auch als Witterungsschutz dienen. (Quelle: Aerocompact)
Die Installation von PV-Modulen an Industrie- und Gewerbefassaden bringt jedoch einige Herausforderungen mit sich. So müssen Fassaden von Industriegebäuden in der Lage sein, zusätzliche Lasten sicher aufzunehmen. Insbesondere Sandwichpaneele sind in diesem Punkt sehr empfindlich (s. u.).
Die Montagesysteme müssen daher sowohl leicht als auch robust konstruiert sein. Für einen sicheren und langfristigen Betrieb muss man die Lasten außerdem optimal auf die Gebäudekonstruktion ableiten.
Fassaden haben zwar keine Lüftungssysteme, sind aber zum Teil mit Fenstern oder Lichtschächten ausgestattet. Das muss bei der Planung berücksichtigt werden. Außerdem sollten Planer von Solarfassaden – insbesondere in Gewerbegebieten oder dicht bebauten Industrieparks – sowohl mögliche Abschattungen durch benachbarte Gebäude als auch Reflexionen auf benachbarte Gebäude berücksichtigen. Ein weiterer Aspekt: Vertikale PV-Module sind zwar weniger anfällig für Verschmutzungen, müssen aber trotzdem sicher und effizient gewartet und gereinigt werden können.
Der österreichische Hersteller von intelligenten Montagelösungen Aerocompact unterstützt seine Kunden bei der Planung von PV-Anlagen auf Dächern, Freiflächen und Fassaden. Außerdem bietet das Unternehmen Planern und Installateuren die kostenlose Planungssoftware Aerotool an.
Kosten: Fassaden-PV vs. Dach-PV
In der Regel gelten Dachanlagen im Vergleich zu Solarfassen als kostengünstigere Lösung, weil viele Industriehallen bereits für die Installation von PV-Anlagen vorbereitet oder statisch dafür ausgelegt sind. In der Praxis zeigt sich jedoch, dass viele Dächer nur über eine geringe Traglast verfügen oder mit weicher Dämmung ausgestattet sind, was die Montage von PV-Anlagen erschwert.
Fassadenlösungen sind zwar oft mit höheren Initialkosten wie Gerüst oder Steiger verbunden. Das gilt insbesondere dann, wenn man sie nachträglich errichten will. Sie bieten jedoch entscheidende wirtschaftliche Vorteile. Dazu zählen neben der Erschließung eines neuen Markts ohne zusätzlichen Flächenverbrauch und der Erhöhung des Eigenverbrauchs auch die Doppelfunktion. Denn die Fassadenelemente können beispielsweise neben der Stromerzeugung auch als Witterungsschutz dienen.
Die Wirtschaftlichkeit von Fassaden-PV hängt von mehreren Faktoren ab:
- Ausrichtung und Standort: Fassaden mit guter Sonneneinstrahlung bieten höhere Erträge.
- Energiebedarf des Unternehmens: Hoher Eigenverbrauch, gerade in den Wintermonaten, sorgt für schnellere Amortisation.
- Langfristige Einsparungen: Reduzierte Energiekosten durch Eigenproduktion und Nutzung staatlicher Förderprogramme.
- Geplante Sanierungen: Optische Sanierungen werden durch Solarfassaden wirtschaftlicher.
In vielen Fällen amortisiert sich eine Fassaden-PV-Anlage an Betriebs- und Industriegebäuden innerhalb von 10 bis 15 Jahren. Besonders für Unternehmen, die sich langfristig gegen steigende Strompreise absichern wollen, ist diese Lösung attraktiv.