Dynamisches Lastmanagement für skalierbare Ladeverbünde (Quelle: Günther Spelsberg GmbH & Co. KG/Alina Köster Photography)
In der Tiefgarage in Backnang wurden insgesamt zwölf Wallboxen installiert, verteilt auf sechs Mehrfamilienhäuser mit jeweils eigenständigen Hausanschlüssen. Sechs dynamische Ladeverbünde kommunizieren über ein gemeinsames IP-Netzwerk und bilden eine vernetzte, zukunftsfähige Ladeinfrastruktur. Diese Konstellation ist typisch für moderne Wohnanlagen, in denen Elektromobilität als integraler Bestandteil der Gebäudetechnik verstanden wird. Herausforderungen entstehen durch unterschiedliche Hausanschlüsse, begrenzte Anschlussleistungen und die Anforderungen der DIN VDE 0100-722. Gleichzeitig sollen mehrere Nutzer sicher und komfortabel laden können.
Intelligenz trifft Konnektivität
Die Spelsberg Wallbox Smart Pro positioniert sich als weit mehr als eine konventionelle Ladestation. Mit ihrer umfassenden Ausstattung und breiten Kommunikationsschnittstellen eignet sie sich sowohl für private Anwendungen als auch für professionelle Betreibermodelle in komplexen Ladeverbünden.
Zu den zentralen technischen Merkmalen zählen eine maximale Ladeleistung von 11 kW (3-phasig) beziehungsweise 3,7 kW (1-phasig) bei einem maximalen Ladestrom von 16 A. Der Ladestrom ist dabei variabel in 1-A-Schritten einstellbar. Eine integrierte DC-Fehlerstromerkennung für Gleichfehlerströme ab 6 mA sowie eine kontinuierliche Temperaturüberwachung gewährleisten maximale Sicherheit während des Ladevorgangs.
Besonders hervorzuheben ist die Kommunikationsvielfalt der Wallbox: Sie unterstützt WLAN und LAN über zwei RJ45-Ports, Modbus TCP für die Einbindung externer Energiezähler, EEBus und SMA SEMP für die Integration in Energiemanagementsysteme sowie OCPP 1.6 für die Anbindung an Backend-Systeme. Darüber hinaus erfüllt die Wallbox bereits hardwareseitig die Anforderungen der ISO 15118, was Funktionen wie Plug-and-Charge und AutoCharge ermöglicht. Der Ladevorgang startet also automatisch, sobald das Fahrzeug angeschlossen wird, ohne dass eine separate Authentifizierung erforderlich ist. Ein integrierter MID-Zähler ermöglicht eine rechtssichere Verbrauchserfassung nach EU-Standard, was insbesondere für die Abrechnung bei geteilten Ladeinfrastrukturen oder Dienstwagennutzung von zentraler Bedeutung ist. Die Wallbox erfüllt zudem die Anforderungen des § 14a EnWG, der die Integration steuerbarer Verbrauchseinrichtungen regelt und ab 2024 für alle neuen Wallboxen mit einer Leistung > 4,2 kW verpflichtend ist.
Dynamisches Lastmanagement als Herzstück
Das dynamische Lastmanagement (DLM) stellt sicher, dass mehrere Ladepunkte gleichzeitig betrieben werden können, ohne den zulässigen Anschlussstrom des Gebäudes zu überschreiten. Die Funktionsweise ist dabei hochintelligent: Ein externer Energiezähler am Hausanschlusspunkt misst kontinuierlich den Gesamtstromverbrauch des Gebäudes. Diese Daten werden über Modbus TCP an die Koordinator-Wallbox übermittelt, die dann die verfügbare Restleistung berechnet und auf die angeschlossenen Ladepunkte verteilt. Sinkt der Haushaltsverbrauch – etwa nachts, wenn weniger Verbraucher aktiv sind – steht automatisch mehr Leistung für die Fahrzeugladung zur Verfügung. Steigt der Verbrauch, wird die Ladeleistung entsprechend reduziert, um Lastspitzen und eine Überlastung des Netzanschlusses zu vermeiden.
Die Wallbox Smart Pro von Spelsberg unterstützt dabei verschiedene Lastmanagement-Konstellationen – von wenigen Ladepunkten bis zu großen Anlagen mit bis zu 250 Wallboxen. Schieflasten werden automatisch erkannt, was eine optimale Ausnutzung der verfügbaren Anschlussleistung gewährleistet.