Zentrale Steuerung, einfache Verwaltung
Mit dem kürzlich vorgestellten Spelsberg Wallbox-Management-Tool bietet der Hersteller eine Softwarelösung, die speziell auf die Bedürfnisse von Installateuren, Hausverwaltungen und Betreibern zugeschnitten ist. Das kostenlos verfügbare Tool ermöglicht die zentrale Konfiguration, Steuerung und Überwachung ganzer Ladeverbünde – ohne, dass jede Wallbox einzeln parametriert werden muss.
Die Funktionsweise ist intuitiv: Nach dem Start des Programms werden über eine automatische Wallbox-Suche alle im Netzwerk verfügbaren Ladestationen erkannt und angezeigt. Mit wenigen Klicks lassen sich diese dann zu Ladeverbünden zusammenfassen, wobei eine Wallbox als Koordinator definiert wird, die die Lastverteilung steuert. Die Einbindung externer Modbus-Zähler erfolgt ebenfalls über das Tool, sodass die Gesamtlast am Hausanschluss präzise erfasst und in die Lastmanagement-Berechnung einbezogen wird.
Ein zentraler Vorteil des Tools liegt in der differenzierten Benutzer- und Rechteverwaltung: Installateure können die komplette Konfiguration vornehmen und diese dann passwortgeschützt als Datei an den Betreiber übergeben. Dieser erhält dann Zugriff auf die Verwaltungsfunktionen – etwa die RFID-Autorisierung oder die Statistikauswertung – nicht jedoch auf die technischen Parameter. So bleibt die Installation geschützt, während Hausverwaltungen oder Eigentümer dennoch die vollständige Kontrolle über Nutzerberechtigungen und Abrechnungen behalten.
Auch die RFID-Verwaltung ist komfortabel gelöst: Eine Whitelist kann von einer Wallbox auf alle anderen Ladepunkte im Verbund übertragen, aus einer Datei importiert oder manuell erweitert werden. Jeder autorisierte Nutzer erhält so eine RFID-Karte oder einen Chip, mit dem der Ladevorgang gestartet wird. Die Statistik- und Verbrauchsauswertung rundet das Funktionsspektrum ab: Für jeden Ladepunkt lassen sich detaillierte Ladevorgänge, Energieverbräuche und Nutzungsdauern einsehen und als PDF- oder Excel-Datei exportieren. Dies schafft die Grundlage für transparente Abrechnungen – etwa zwischen Mietern, bei Dienstwagennutzung oder in Eigentümergemeinschaften.
Praxisbeispiel Backnang: So funktioniert die Umsetzung
Das eingangs beschriebene Projekt in Backnang veranschaulicht, wie alle Komponenten in der Praxis zusammenwirken: Die sechs Hausanschlüsse bilden sechs unabhängige Ladeverbünde, die über ein gemeinsames IP-Netzwerk (LAN) kommunizieren. Die sternförmige Verkabelung der Wallboxen maximiert dabei die Ausfallsicherheit. Modbus-TCP-Energiezähler erfassen die Gesamtlast am jeweiligen Hausanschluss und senden die Daten an die Koordinator-Wallbox des jeweiligen Ladeverbunds. Diese verteilt die verfügbare Restleistung dynamisch auf die zugeordneten Ladepunkte, ohne die Anschlusskapazität zu überschreiten.
RFID-Berechtigungen werden über das Management-Tool verwaltet. Dank der integrierten MID-Zähler und der Export-Funktion können Ladevorgänge präzise erfasst und abgerechnet werden. Das Ergebnis ist ein sicherer, normgerechter Ladeverbund, der effizient arbeitet sowie wartungs- und verwaltungsarm betrieben werden kann.
Für Bewohner bedeutet dies: Transparenz, einfache Handhabung und zukunftssichere Infrastruktur.
Steigende Anforderungen
Mit zunehmender Elektromobilität steigen die Anforderungen an bestehende Elektroinstallationen massiv. Insbesondere in Mehrfamilienhäusern und Wohnanlagen mit gemeinsamer Infrastruktur sind folgende Faktoren entscheidend:
- Begrenzte Anschlussleistung: Klassische Einzellösungen stoßen schnell an ihre Grenzen.
- Sicherheit und Normenkonformität: DIN VDE 0100-722 erfordert spezielle Schutzmaßnahmen.
- Einfache Verwaltung: Betreiber benötigen intuitive Tools für Nutzerverwaltung und Abrechnung.
- Flexibilität und Erweiterbarkeit: Die Infrastruktur muss mit wachsender Nachfrage mitwachsen.
Die Kombination aus technisch hochwertiger Wallbox, normgerechter Installation, externer Messung und zentralem Management stellt eine zukunftsfähige Antwort auf diese Anforderungen dar. Besonders die Erfüllung des § 14a EnWG, der die Steuerbarkeit von Verbrauchseinrichtungen regelt, zeigt, dass die Spelsberg-Lösung bereits heute die regulatorischen Anforderungen von morgen erfüllt.
Die Spelsberg Wallbox Smart Pro lässt sich über EEBus, SMA SEMP oder Modbus TCP in Energiemanagementsysteme einbinden und ermöglicht PV-Überschussladen. Damit lässt sich lokal erzeugter Solarstrom gezielt zum Laden nutzen, während lediglich bei Bedarf Netzstrom hinzugezogen wird. In Kombination mit einem Batteriespeicher lässt sich der Autarkiegrad weiter steigern und die Abhängigkeit vom öffentlichen Stromnetz minimieren.

