Fehlergleichstrom-Detektionseinrichtungen

Der DFS 4 A EV NA überwacht nicht nur die Ladeeinrichtung, sondern auch den externen Not-Aus-Kreis (Quelle: Doepke)
Die zweite Möglichkeit zum Fehlerstromschutz einer Ladestation ist eine Fehlergleichstrom-Detektionseinrichtung (RDC-DD – Residual Direct Current – Detecting Device) in Verbindung mit einer Fehlerstromschutzeinrichtung des Typs A oder F nach der international gültigen Ausgabe der IEC 62955. Auch hier gibt es wiederum zwei Varianten:
- RDC-MD sind Gerätekombinationen bestehend aus einem Monitoring-Modul zur Erfassung glatter Gleichfehlerströme und einem Schaltgerät. Dazu muss selbstverständlich ein Fehlerstromschutzschalter des Typs A oder F vorhanden sein. Die Gerätekombination aus Monitoring-Modul und Schaltgerät dient ausschließlich dem Schutz dieser vorgeschalteten Fehlerstromschutzeinrichtung Typ A oder F vor der Erblin-dung durch zu hohe glatte Gleichfehlerströme. RDC-MD sind nach IEC 62955 ausschließlich zur Erfassung und Bewertung von glatten Gleichfehlerströmen zugelassen. Die Bewertung anderer Fehlerströme ist danach unzulässig. Andere Fehlerströme, beispielsweise Wechselfehlerströme, müssen durch die vorgeschaltete Fehlerstromschutzeinrichtung des Typs A oder F erfasst und bei Überschreiten der zulässigen Werte auch getrennt werden.
- RDC-PD sind netzspannungsunabhängige Fehlerstromschutzschalter mit Trenneigenschaften. Sie sind als Typ A für Wechsel- und pulsierende Gleichfehlerströme und als Typ F für Fehlerströme mit Mischfrequenzen erhältlich. Wie RDC-MD verfügen diese RCD Typ A oder F in EV-Ausführung (EV für Englisch Electric Vehicles) über eine glatte Gleichfehlerstromerkennung. Diese ist hier allerdings bereits in den Fehlerstromschutzschalter integriert. Die netzspannungsabhängige elektronische Zusatzfunktion erfasst glatte Gleichfehlerströme und löst die RCD über ihre interne Schaltmechanik aus, sobald der glatte Gleichfehlerstrom einen Wert von 6 mA erreicht oder überschreitet.
RDC-PD können damit Wechsel- oder Pulsfehlerströme, glatte Gleichfehlerströme, aber auch eine Kombination dieser Fehlerströme erfassen, bewerten und gegebenenfalls trennen und erfüllen damit die normativen Anforderungen der IEC 62955 kompakt in einem Gerät. Durch ihren Einsatz wird eine Vormagnetisierung des Summenstromwandlerkerns verhindert. Dies gilt nicht nur für die eingesetzten, sondern auch für vorgeschaltete Fehlerstromschutzeinrichtungen des Typ A und F.