Nur wenige Bedingungen müssen erfüllt sein

Grafik zum Thema. Der Projektablauf des Mieterstrommodells ist einfach und übersichtlich.

Der Projektablauf des Mieterstrommodells ist einfach und übersichtlich. (Quelle: Vaillant)

Welche Voraussetzungen müssen generell erfüllt sein, um eines der neuen Mieterstrommodelle umzusetzen? Hier zählen die bekannten Fakten zur Eignung eines Gebäudes für eine PV-Anlage. Sprich: Die Statik des Daches muss es ermöglichen, eine PV-Anlage zu tragen. Die Dachfläche sollte möglichst unverschattet sein und auch die bestehende Elektroverteilung muss den Anforderungen des Betriebs einer PV-Anlage genügen. Die bislang geltende Maxime der idealen Positionierung einer PV-Anlage auf einem Süddach mit 20 °-Neigung spielt jedoch eine eher untergeordnete Rolle.

Denn die Zielsetzung bei Mieterstromprojekten ist nicht in jedem Fall die Maximierung der erzeugten Strommenge, sondern eine Stromproduktion, die zum lokalen Verbrauch über den Tag passt. So kann möglichst viel des selbst erzeugten Stroms an Ort und Stelle direkt genutzt statt eingespeist werden. "Natürlich ist es wichtig, ob 1.000 oder 800 kWh/kWp erzeugt werden", erläutert D. Netter dazu. "Wenn ich aber die 800 kWh vollständig an die Mieter verkaufe, ist das wesentlich effektiver, als wenn ich 1.000 kWh in das Netz einspeise. Das heißt im Umkehrschluss, dass sich für Mieterstromprojekte auch Ost-West-Anlagen eignen, die eine kontinuierlichere Stromproduktion über den Tag liefern".

Für die Wirtschaftlichkeit und damit die Umsetzbarkeit eines Mieterstromprojekts spielt auch die Anzahl der Parteien in einem Gebäude eine entscheidende Rolle. Hierbei geht Prosumergy von einer Mindestzahl von zehn Wohneinheiten im Haus aus. Mindestens 30 % bis 40 % der Mieter sollten sich dann am Mieterstromprojekt beteiligen. "Hierbei hatten wir noch bei keinem Projekt Probleme, denn der von uns gelieferte Strom ist durchweg günstiger – häufig sogar im Vergleich zu Internet-Anbietern", so D. Netter dazu.

Hohen Wert legt die Kooperation aus Vaillant und Prosumergy auf eine sorgfältige Vorabplanung und Information an die Wohnungsunternehmen. Diese erhalten ausführliche ­Projekt ­exposés und detaillierte Planungen zum erwarteten Photo ­voltaik ­ ­ertrag und Absatz an die Mieter bzw. die Netzeinspeisung. Auch eine informative Wirtschaftlichkeitsbetrachtung wird vorab zur Verfügung gestellt. Dabei enthält das Angebot auf Wunsch auch fernauslesbare Stromzähler. Damit entfällt das lästige Ab ­lesen von Zählern vor Ort zum Jahresende oder beim Mieterwechsel.

Gleichzeitig hat das Wohnungsunternehmen über ein Onlineportal Zugriff auf die visualisierten Erzeugungs ­daten der PV-Anlage und auf die ­Gesamtstromverbrauchsdaten der Liegenschaft. Vor allem die spezifischen Voraussetzungen am Objekt bieten dabei nach Erfahrungen von D. Netter eine ganze Fülle an Möglichkeiten für die Wohnungsunternehmen individuelle Modelle bereitzustellen – beispielsweise beim Einsatz einer Wärmepumpe im Gebäude. "Ist der PV-Anlagenbetreiber mit dem Betreiber der Wärmepumpe im Gebäude identisch, kann dieser für den Wärmepumpenstrom Eigenversorgung geltend machen", beschreibt D. Netter. "Damit ist für den von der Wärmepumpe genutzten PV-Strom nur die reduzierte EEG-Umlage fällig. Den darüber hin ­aus zur Verfügung stehenden PV-Strom liefert der Betreiber dann an Prosumergy und wir wiederum an die Mieter".

Die Quintessenz fasst S. Albert zusammen: "Wohnungsunternehmen und Eigentümer von Mehrfamilienhäusern können mit dem Mieterstrommodell neue Einnahmen generieren, Mieter profitieren von günstigen Strompreisen. Das ist einmalig am Markt". Bei der Planung und Installation der Anlage können sich Vaillant-Fachhandwerkspartner darüber hinaus von Greenergetic unterstützen lassen. Mit dem Kooperationspartner Greenergetic bietet Vaillant seinen Fachhandwerkspartnern einen neuen Komplett-Service zur Planung, Installation und Inbetriebnahme von PV-Systemen und Batteriespeichern.

Fazit

Es klingt fast zu schön, um wahr zu sein. Aber der bislang weitestgehend brachliegende Mieterstrommarkt kommt endlich in Bewegung. Möglich macht dies eine Kooperation der Unternehmen Vaillant und Prosumergy, die Wohnungsunternehmen verschiedene Modelle der Zusammenarbeit anbieten, von denen alle Beteiligten profitieren. Gleichzeitig steht der Energiewende und der Erreichung der gesetzten Klimaziele ein weiterer besonders wirksamer Hebel zur Verfügung. Denn Millionen geeigneter Dächer können selbst ohne jegliche Investition der Wohnungsunternehmen mit PV-Anlagen ausgestattet werden. Der dort produzierte Strom wird weitestgehend direkt von den Mietern genutzt, entlastet also auch die Stromnetz-Infrastruktur. Gleichzeitig profitieren die Mieter von geringen Strompreisen und damit einer Stabilisierung der zweiten Miete.

Dipl.-Kfm. Martin Schellhorn ist Geschäftsführender Gesellschafter der TGA-Presseagentur Schellhorn PR GmbH in Haltern am See.
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