Das richtige Gerät auswählen

Schadensquellen gemäß DIN EN 62305-1 (Quelle: Citel)
Dabei klassifiziert die Norm die Geräte in drei verschiedene Typen, die jeweils für bestimmte Schutzniveaus ausgelegt sind:
- SPD vom Typ 1 sind so konstruiert, dass sie direkte oder indirekte Blitzeinschläge sicher ableiten. Sie sind mit einem quadratischen Symbol mit der Aufschrift „T1“ gekennzeichnet. Der wichtigste Parameter bei SPD des Typs 1 ist das Impulsentladungsvermögen, das als „Iimp“ bezeichnet wird. Die Norm schreibt sowohl für AC- als auch für PV-Anwendungen einen Mindest-Iimp von 5 kA vor.
- SPD vom Typ 2 sind dagegen für den Schutz vor Überspannungen ausgelegt, die sich galvanisch, induktiv oder kapazitiv in das System einkoppeln. Diese SPD sind mit einem „T2“-Symbol im Quadrat gekennzeichnet. Der entscheidende Parameter für SPD des Typs 2 ist die Nennentladungsfähigkeit „In“. Die Norm schreibt einen Mindest-In von 5 kA sowohl für AC- als auch für PV-Anwendungen vor.
- SPD vom Typ 3 bieten einen guten Schutz für empfindliche Geräte. Diese Geräte sind mit einem Quadrat gekennzeichnet, das ein „T3“-Symbol enthält. Der Schlüsselparameter für diese SPD ist „Uoc“, mit typischen Werten wie Uoc = 6 kV. SPD des Typs 3 sind entscheidend für den Schutz hochempfindlicher Geräte wie Generatoranschlusskästen mit Stringstrommessung, die direkt von der PV-Spannung gespeist werden. Andere empfindliche Anwendungen können Sensoren, Überwachungssysteme oder Kommunikationsgeräte umfassen, die dezentral im PV-Kraftwerk installiert sind und direkt mit der von den Panels erzeugten Energie versorgt werden.
Heutige SPD kombinieren oft verschiedene Schutzstufen in einem Gerät: Viele handelsübliche SPD sind optimierte Hybridgeräte mit den Schutzstufen Typ 1 und Typ 2 (T1+2).
Zwischen Aufdach- und Freiflächenanlagen unterscheiden
Während man bei Aufdachanlagen zunächst prüfen muss, ob ein äußeres Blitzschutzsystem (LPS) vorhanden oder notwendig ist, geht man bei Freiflächensystemen immer von einem LPS aus, weil die Fläche groß ist und die Montagestruktur der PV-Module wie ein äußeres Blitzschutzsystem wirkt. Daher müssen hier an allen Stellen SPD vom Typ 1 mit einem Mindestableitvermögen von Iimp = 5 kA verwendet werden.
Bei Aufdachanlagen ohne äußeres Blitzschutzsystem muss man nach den aktuellen Normen dagegen ein SPD des Typs 2 (vorzugsweise eine T2+3-Kombination) als primären und gegebenenfalls sekundären SPD sowohl auf der AC- als auch auf der PV-Seite installieren.
Bei Aufdachanlagen mit äußerem Blitzschutzsystem muss der primäre AC-Schutz am Eintrittspunkt des Gebäudes ein SPD des Typs 1 sein (vorzugsweise ein kombiniertes Gerät T1+2+3). Befindet sich die PV-Anlage vollständig im Schutzbereich des äußeren Blitzschutzsystems und wird der Trennungsabstand „s“ zwischen der PV-Anlage und dem äußeren Blitzschutzsystem strikt eingehalten, sind Geräte des Typs 2 für die PV-Seite und ein eventuell erforderlicher sekundärer AC-Schutz ausreichend. Mit Geräten des Typs 1 lässt sich der Schutz weiter erhöhen. Wenn der Trennungsabstand zwischen der PV-Anlage und dem externen Blitzschutzsystem nicht eingehalten wird, müssen alle SPD vom Typ 1 sein.
Über die Mindestanforderungen hinaus
Die Verwendung von SPD, die nicht nur die Mindestanforderungen an die Ableitfähigkeit erfüllen, sondern auch höhere Ableitwerte bieten, kann die Lebensdauer angeschlossener Geräte erheblich verlängern. Diese erhöhte Lebensdauer trägt zur langfristigen Zuverlässigkeit und Sicherheit der gesamten PV-Anlage bei.
Der Überspannungsschutzexperte Citel ist mit seiner DPVN-Serie daher einen Schritt weiter gegangen und bietet als erster Hersteller SPD an, die alle drei Schutzstufen (T1+2+3) in einem einzigen Gerät vereinen. Diese Errungenschaft wurde von einem renommierten Prüfinstitut unabhängig verifiziert, wodurch die Serie das Recht erhielt, das KEMA-Zeichen zu tragen.