Bewegungs- oder Präsenzmelder?

Abbildung von Korridoren mit Präsenzmeldern

Vor allem in Korridoren kann mit kurzen Nachlaufzeiten viel Energie eingespart werden. (Quelle: Theben AG)

Grundsätzlich ist die Wahl zwischen Bewegungs- und Präsenzmelder zu treffen. Während ersterer nur auf größere Bewegungen reagiert und die richtige Wahl für Durchgangsbereiche ist, detektieren Präsenzmelder auch erheblich kleinere Bewegungen wie das Tippen auf einer Tastatur. Sie sind also zum Beispiel in Büros oder Klassenräumen die richtige Wahl.

Ist diese Entscheidung getroffen, stehen verschiedene Detektionstechniken zur Auswahl. PIR-Melder (Passiv-Infrarot-Melder) erfassen Bewegungen auf Basis von unterschiedlicher Infrarotwärmestrahlung. Die Körpertemperatur unterscheidet sich in der Regel von der Raumtemperatur. Wenn sich die wärmere Temperaturstrahlung durch den Erfassungsbereich bewegt, wird diese Temperaturänderung vom Sensor wahrgenommen. Hochfrequenzmelder können durch dünne Wände „schauen“, das kann entweder ein Vorteil oder ein Nachteil sein. Ultraschallmelder wiederum detektieren nicht durch die Wand und haben eine geringere Empfindlichkeit. Sowohl die Hochfrequenz- als auch die Ultraschalltechnologie sind aktive Sensortechnologien, d. h., es werden aktiv Wellen ausgesendet und auf Basis des Echos eine Bewegung erkannt.

Und dann muss noch über die Betriebsart entschieden werden: Soll ein reiner Schaltbetrieb oder ein Dimm-und Schaltbetrieb installiert werden? Auch die Frage „Wand oder Deckenmontage“ müssen die Verantwortlichen beantworten.

Freie Sicht auf den Erfassungsbereich

Im Optimalfall läuft die Projektplanung mit BIM, sodass wirklich jedes Bauteil in der Planung berücksichtig ist. Im Rahmen einer Kollisionsprüfung würde dann auffallen, wenn die PIR-Melder keine freie Sicht auf den Erfassungsbereich haben. Andernfalls kann es dazu kommen, dass dieser Bereich eines eigentlich richtig platzierten Melders durch andere Bauteile wie Notausgangsschilder etc. beeinträchtigt ist, und der Melder nicht ordnungsgemäß arbeiten kann. Um sicherzugehen, dass die Melder auch nach der Inbetriebnahme noch „freies Feld“ haben, sollte der Erfassungsbereich auch nach der Installation ein weiteres Mal auf Barrieren inspiziert werden – denn nicht alles, was am Bau passiert, ist im Vorhinein genauso geplant worden.

Häufige Fehlerquellen

Die Wahl des Montageplatzes kann bereits die erste Fehlerquelle sein. Es ist darauf zu achten, dass die Melder so montiert sind, dass sie die Bewegung, zum Beispiel das Tippen auf einer Tastatur, auch störungsfrei erfassen können und nicht durch Monitore, Pflanzen oder Möbel verdeckt werden. Ein häufiger Fehler kann auch die Umorganisation eines Büros sein: Statt zwei stehen plötzlich vier Schreibtische im Raum. Ihre Lage stimmt aber nicht mehr mit den Erfassungsbereichen der Melder überein.

Probleme einer ganz anderen Art kann hingegen die Wahl von PIR-Meldern in offenen Baustrukturen wie Parkhäusern machen: In einem heißen Sommer mit anhaltend hohen Temperaturen kann sich die Struktur so aufheizen, dass für den Melder kein detektierbarer Temperaturunterschied mehr zwischen den Oberflächen des Gebäudes und den Personen besteht. Die Folge: Der PIR-Melder meldet nicht mehr. In diesem Fall können temperaturunabhängige Hochfrequenz-Melder zum Einsatz kommen.

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